Sarstedt - Nachdem der Landkreis in zwei Sarstedter Senioreneinrichtungen insgesamt 30 Corona-Fälle festgestellt hat, sind beiden Heime nun für Besucher nicht mehr zugänglich.
Das Gesundheitsamt hat am Freitag allein 30 Bewohner des Altenpflegezentrums St. Nicolai in Sarstedt auf Covid-19 untersucht. Bei elf dieser Menschen wurde laut Landkreis dabei eine Corona-Infektion festgestellt. Im Laufe des Wochenendes werden nun alle weiteren Bewohner des Seniorenzentrums und das Personal vorsorglich getestet. Insgesamt leben dort 87 Menschen.
„Darüber hinaus wurden umgehend alle Maßnahmen getroffen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern“, berichtet die Einrichtung auf HAZ-Nachfrage. Für das Haus wurde bereits ein Besuchs- und Betretungsverbot ausgesprochen.
Kein Kontakt zu anderen Bewohnern
Das Personal ist nach Angaben des Heims mit der nötigen Schutzausrüstung ausgestattet. „Die Hygiene- und Schutzvorgaben, die das Robert-Koch-Institut und auch das interne Qualitätsmanagement für den Infektionsfall machen, werden genau befolgt.“ Die infizierten Personen haben keinen Kontakt zu anderen Bewohnern des Altenpflegezentrums.
Geschäftsführung und Einrichtungsleitung stimmen sich nach eigenen Angaben eng mit dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht ab, um eine bestmögliche Versorgung der Infizierten zu stellen. Über weitere Maßnahmen werde entschieden, wenn die ausstehenden Test-Ergebnisse vorliegen. „Es ist wichtig, dass das Gesundheitsamt jetzt seine Arbeit macht, dann sehen wir weiter“, erklärte Florian Moitje von der Diakonie Himmelsthür, Betreiberin der Einrichtung, am Samstag auf HAZ-Anfrage.
Dauer der Besuchssperre unklar
Moitje rechnet damit, dass die Besuchssperre etwa zwei Wochen dauern könnte, genau sagen könne man dies aber derzeit noch nicht. Zunächst einmal müsse man die zweiwöchige Quarantäne abwarten. Am Donnerstag war zunächst ein Mitglied der Belegschaft des Altenpflegezentrums positiv getestet worden, nun kamen die weiteren Fälle hinzu.
Die Leiterin des ebenfalls betroffenen Seniorenheims am Sonnenkamp, Susanne Palermo, hob am Samstag auf Anfrage hervor, dass strenge Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Mehr wollte Palermo zunächst wegen der hohen Belastung des Hauses durch die neuen Fälle nicht sagen. „Wir haben hier gut zu tun und müssen erst einmal unsere Bewohner versorgen.“ Am Sonnenkamp wurden laut Landkreis 17 weitere Corona-Infektionen festgestellt: fünf Beschäftigte und zwölf Menschen, die dort leben. In dem Heim war am Mittwoch ein Test eines Bewohner positiv ausgefallen, daraufhin hatte die Heimleiterin das Haus für Besucher geschlossen. Die weiteren Testergebnisse erwarten die beiden Heimleitungen am Montag.
