Abfall in der Stadt

Am Freitag startet Frühjahrsputz der Stadt Hildesheim – doch wie groß ist das Problem der Vermüllung hier inzwischen tatsächlich?

Hildesheim - Jetzt beginnen in der Innenstadt und den Stadtteilen wieder die Müllsammelaktionen. Doch reichen die aus, um gegen die Unachtsamkeit vieler Menschen anzukommen? Die Stadt Hildesheim hat darauf eine klare Antwort.

Aufnahme vom Marienfriedhof: Ein Mülleimer ist vorhanden, der Müll aber liegt verteilt drumherum. Foto: Stadt Hildesheim

Hildesheim - In der Hildesheimer Innenstadt und in den Stadtteilen wird geputzt. Aufgeräumt. Der Müll von den Straßen gesammelt. Mitte März starten fast überall die Frühjahrsputzaktionen. In der Regel handelt es sich dabei um ein saisonales Ärmelhochkrempeln – die Verschmutzung hingegen hat offenbar immer Saison.

Auffällig wird das meist an einigen Hotspots – zum Beispiel an Orten, die kaum einsehbar sind, aber gleichzeitig eine gute Verkehrsanbindung haben. Davon kann unter anderem Gabriele Karbus, Vorsitzende des Hildesheimer Sportfischervereins, ein Lied singen. Sie und ihr Team reinigen die Uferbereiche der Seen in der Stadt. In letzter Zeit etwa werden immer wieder große Mengen alter Nahrungsmittel am Ufer und im Wasser des Piratensees gefunden. „Da schwimmt dann kistenweise Toastbrot oder Fladenbrot im Wasser“, sagt sie, „auch Berge alter Bananen haben wir hier schon gefunden und weggeräumt.“ Von Plastikmüll ganz zu schweigen. Die Verschmutzung greife die Wasserqualität in verheerender Weise an, so Karbus. „Aber das Schwierige ist immer, solchen Tätern auf die Spur zu kommen.“

Die Mängelkarte kann nur einen Teil des Problems abbilden

Ein weiterer Müll-Schwerpunkt in der Stadt: Containerplätze, auf denen der Müll zwar grundsätzlich schon mal richtig ist, dann aber eben oft doch nicht in den Containern landet. Sondern großflächig daneben. So wie zum Beispiel am Butterborn, wo unlängst sogar der Containerstandort wegen der permanenten Vermüllung aufgelöst werden musste.

Und: Das Problem scheint immer größer zu werden. Aber stimmt das? Der Bedarf an Putzaktionen sei groß, teilt Stadtsprecher Helge Miethe auf Anfrage der HAZ mit, „da die Vermüllung in der Stadt trotz Aufstockung unserer personellen und maschinellen Ressourcen leider immer mehr zunimmt“. Da die Dunkelziffer der Fälle hoch ist, ist das Ganze in Zahlen schwer abzubilden. Einen Hinweis gibt aber die Mängelkarte der Stadt, über die Bürgerinnen und Bürger Müllplätze melden können. „Über diese Mängelkarte wurden beispielsweise im zweiten Halbjahr 2024 151 Hinweise gegeben. Im Jahr 2025 waren es 318, in diesem Jahr bisher schon 51“, so Miethe. „Es gehen jedoch nicht nur Hinweise über die Mängelkarte ein, sondern auch telefonisch oder per Mail.“ Und die wiederum werden nicht gesondert zahlenmäßig erfasst. Ein Fazit aber kann Miethe ziehen: Ohne ein Umdenken bei den Verursachern bleibe es „ein Kampf gegen Windmühlen“.

Durchschnittlich ein neuer Müllplatz pro Woche

Das Ganze ist kein Hildesheim-spezifisches Problem, im Gegenteil. Nach Einschätzung des Alfelder Ordnungsamtsleiters Torben Meyer etwa kommt es dort inzwischen durchschnittlich einmal pro Woche vor, dass irgendwo im Stadtgebiet ein neuer, illegaler Müllhaufen auftaucht – oft im Bereich von Parkplätzen oder an Waldwegen. Und auch immer wieder mitten in der Alfelder Innenstadt, wie kürzlich an der dortigen Wallstraße. Meyer ist seit 2022 Leiter des städtischen Ordnungsamts – in dieser Zeit, sagt er, sei ein Anstieg der Vermüllung in der Stadt zu bemerken gewesen. „Das ist mittlerweile ein gängiges Problem.“

In Hildesheim gibt es außer den Putzaktionen auch noch andere Maßnahmen, die erprobt werden. So hat die Stadt um einen Müll-Hotspot an der Kleingartenkolonie Wellenteich einen Zaun gebaut. Zuvor war der Ort bekannt dafür, dass hier sogar Möbelteile, große Elektrogeräte wie Kühlschränke, aber auch Tapetenreste oder Farbeimer in großen Mengen abgeladen wurden. Das habe sich geändert, so Miethe: „Es liegen lediglich mal Kleinigkeiten vor Ort, aber kein Sperrmüll wie vorher.“ Weitere Maßnahmen dieser Art seien „derzeit nicht geplant, aber durchaus denkbar“.

Am Freitag startet die Putzaktion in Hildesheim

Der Hildesheimer Frühjahrsputz startet am Freitag, 13. März. Ziel der städtischen Müllsammelaktion, die in diesem Jahr zum 25. Mal stattfindet, ist es, Straßen, Parks und Gehwege von achtlos entsorgtem Abfall zu befreien. Mitmachen kann jede und jeder. Der städtische Bauhof in der Mastbergstraße 13 stellt bei Bedarf Handschuhe und Müllsäcke zur Verfügung.

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