„Innenstadt und Neustadt attraktiver“

Ampelpläne in Hildesheim: Ein Verband hält Vollzug für überfällig

Hildesheim - Die CDU und die Kaufmannschaft sind sicher, dass die geplanten neuen Ampelschaltungen der Innenstadt schaden. Der Hildesheimer Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland sieht das ganz anders.

Auch die Ampel an der Ecke Hohnsen/Struckmannstraße in Hildesheim soll umgestellt werden, um den Durchgangsverkehr um das Zentrum herumzuleiten. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hält es für ein „richtiges und wichtiges Signal“ der Stadt, den Durchgangsverkehr durch veränderte Ampelschaltungen zu reduzieren. Man sei überzeugt, dass die Maßnahmen Hildesheim sehr gut tun würden. Denn sie machten das Leben und den Aufenthalt in der Innenstadt und in der Neustadt attraktiver, heißt es in einer Pressemitteilung von VCD-Vorstandsmitglied Doris Schupp.

Die geht darin auch auf die Sorgen der CDU und der Kaufmannschaft ein, Letztere würde unter den geplanten Ampelschaltungen leiden. Der innerstädtische Einzelhandel könne gegenüber den Einkaufszentren auf der Grünen Wiese und dem Internet heutzutage nicht durch kostenlose Parkplätze punkten, sondern mit einer Aufenthalts- und Erlebnisqualität. Diese könne nur eine attraktive – und das heiße auch verkehrsberuhigte – Innenstadt bieten, meint Schupp. Weniger Durchfahrtsverkehr verbessere zudem die Erreichbarkeit des Zentrums mit dem Rad und zu Fuß.

Die Veränderungen seien bereits im vor einem Jahrzehnt verabschiedeten Verkehrskonzept als Schlüsselmaßnahmen für die Innenstadt identifiziert worden, erinnert die VCD-Vertreterin. Deren Verband hätte sich gewünscht, dass sie schon viel eher umgesetzt worden wären. Denn Hildesheim sei im Vergleich zu anderen Großstädten immer noch sehr vom Autoverkehr geprägt, angesichts der Klimakrise werde eine zukunftsfähige Verkehrspolitik immer wichtiger.

VCD kritisiert Vermischung der Ampel-Pläne mit Sperrungen durch die Kanal-Baustellen

Was Schupp stört: In der Diskussion würden die Ampelpläne mit den aktuellen Sperrungen mehrerer Straßen durch Kanalsanierungen in Zusammenhang gebracht. Diese Sperrungen seien für viele Menschen ärgerlich und auch für den ÖPNV sehr hinderlich, räumt sie ein. Doch werde die Innenstadt für Autofahrer, deren Ziele im Zentrum lägen oder die aus diesem starteten, nach den Bauarbeiten wieder besser zu erreichen sein, der Durchgangsverkehr aber nicht wieder im früheren Ausmaß mitten durch die Stadt fahren.

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