Kampf gegen das Coronavirus

Anmeldung in Hildesheimer Impfzentren ab Montag für alle – aber kaum Impfstoff

Kreis Hildesheim - Niedersachsen hebt auch in den Corona-Impfzentren die Priorisierung auf. Ab Montag kann sich jeder auf die Wartelisten setzen lassen. Vor allem in den nächsten beiden Wochen sind die Impfstoff-Mengen aber extrem gering.

In den Impfzentren in Hildesheim und Alfeld kann sich ab Montag jeder anmelden - doch bis es Termine gibt, dürften in den meisten Fällen noch Wochen vergehen. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Vom kommenden Montag an können sich alle Einwohnerinnen und Einwohner ab zwölf Jahren für Corona-Impfungen in den Impfzentren in Hildesheim und Alfeld anmelden. Das niedersächsische Sozialministerium hat am Freitag mitgeteilt, auch in den Einrichtungen die Aufhebung der bundesweiten Prioritätsregeln ab 7. Juni mitzumachen. Zuvor hatte das Land überlegt, in seinen Impfzentren vorerst weiter nur Angehörige der drei priorisierten Gruppen zu berücksichtigen, diesen Plan nun aber verworfen. Anmeldungen sind über das Impfportal des Landes sowie über die Hotline 0800 / 99 88 665 möglich, aber nicht direkt bei den Impfzentren.



Das Impfzentrum Hildesheim ist für Einwohner von Hildesheim selbst sowie von Algermissen, Diekholzen, Giesen, Harsum, Sarstedt, Schellerten und Söhlde zuständig, Alfeld für Alfeld selbst sowie Bad Salzdetfurth, Bockenem, Elze, Freden, Holle, Lamspringe, Leinebergland, Nordstemmen und Sibbesse.

Lange Wartelisten

Wer sich dann anmeldet, muss allerdings mit wochenlangen Wartezeiten rechnen. Denn schon jetzt sind die Wartelisten der Impfzentren sehr lang, und bis einschließlich Sonntag können sich noch priorisierte Personen registrieren lassen. Wer am Sonntag auf der Warteliste steht, hat zumindest Vorrang vor allen Nicht-Priorisierten, die sich von Montag an anmelden, hat Sozialministerin Daniela Behrens versichert.

Am Donnerstagabend standen auf der Warteliste für das Hildesheimer Impfzentrum 13.871 und für die Alfelder Einrichtung 4851 Bürgerinnen und Bürger. Gegenüber der Vorwoche sind die Zahlen zwar merklich gesunken. Dabei sind aber noch nicht diejenigen enthalten, die inzwischen einen Termin bekommen haben, aber noch nicht geimpft sind.

Minimale Impfstoff-Mengen

Unterdessen ist bekannt geworden, wie viel Impfstoff die beiden Impfzentren im Landkreis für die nächsten beiden Wochen bekommen. Die Mengen sind so gering, dass auch Ende Juni noch Impfwillige mit Priorität auf den Wartelisten stehen dürfen: Für die nächste Woche kommen 1200 Dosen Moderna für Erstimpfungen nach Hildesheim und weitere 200 nach Alfeld. In der dritten Juniwoche folgen lediglich 500 Dosen Moderna für Hildesheim und keine für Alfeld.



Impfstoff von Biontech und Astrazeneca wird in deutlich größeren Mengen geliefert – aber ausschließlich für anstehende Zweitimpfungen. Insgesamt kommen also 1700 Dosen für Erstimpfungen – binnen zwei Wochen. Zum Vergleich. In der dritten und vierten Maiwoche waren es fast 11.000 Dosen.

Angesichts der zu erwartenden vielen Anrufe bei der Hotline empfiehlt das Gesundheitsministerium, vor allem das Onlineportal für die Anmeldung zu nutzen. Sozialministerin Behrens mahnt aber zu Geduld: „Da der Impfstoff noch knapp ist und momentan viele Zweitimpfungen anfallen, braucht es Zeit, diese Personen zu versorgen.“ Wer einen Termin ergattert habe, solle sicherstellen, dass er auf keiner anderen Warteliste mehr stehe. Umgekehrt gilt: Wer beim Haus-, Fach- oder Betriebsarzt drankommt, sollte einen eventuellen Termin in einem Impfzentrum stornieren.

Kinderärzte gefragt

Am Donnerstag lag die Impfquote im Landkreis Hildesheim bei den Erstimpfungen bei 48,3 und bei den Zweitimpfungen bei 17,7 Prozent. Für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren steht die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) noch aus. „Es ist daher zu empfehlen, dass sich diese Altersgruppe zunächst insbesondere an die Kinder- und Jugendärzte wendet“, so Behrens. Das empfehlen auch Hildesheimer Hausärzte.

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