Hildesheim - Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung sexueller Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Norddeutschland üben Betroffene Kritik an der Zusammensetzung eines wichtigen Gremiums. Dabei geht es um die gemeinsame elfköpfige Aufarbeitungskommission der Bistümer Osnabrück und Hildesheim sowie des Erzbistums Hamburg. „Wir müssen in der Zusammensetzung der Aufarbeitungskommission und ihrer Vorgehensweise bereits an dieser Stelle strukturelle und systemische Fehler erkennen, die eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe erschweren“, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme des Betroffenenrats der drei Kirchenprovinzen.
Betroffenenrat erwarte zeitnah personelle Konsequenzen
Die Aufarbeitungskommission ist besetzt mit drei Mitgliedern des Betroffenenrates, drei Vertretern der Bistümer und fünf Mitgliedern, die von den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein entsandt werden. Eines der von den Ländern abgeordneten Mitgliedern der Aufarbeitungskommission sei gleichzeitig aber in einem der Bistümer leitend für das Konzept gegen sexualisierte Gewalt mitverantwortlich. Um welches Bistum und welches Land es sich handelte, sollte zunächst noch nicht mitgeteilt werden. Der Betroffenenrat erwarte zeitnah personelle Konsequenzen, hieß es.
Betroffenenrat hat Arbeit aufgenommen
Der Betroffenenrat hatte sich erstmals in Präsenz getroffen und seine Arbeit aufgenommen. Er will Defizite in Aufarbeitung, Intervention und Prävention der beteiligten Bistümer benennen und „Wege der Selbstermächtigung der Betroffenen“ aufzeigen.
Kritik an einer insgesamt zu zögerlichen Aufklärung von Missbrauchsfällen hatte es unter anderem auch von dem in Himmelsthür geborenen Priester Matthias Eggers gegeben.
