Hildesheim - In der Straße Galgenbergsfeld im Neubaugebiet Rosenhang I müssen sich Anwohner seit Jahren täglich durch Schlaglöcher, Bauschutt und zurückgebliebene Materialien manövrieren. Die Dauerbaustelle ist womöglich Hildesheims schlimmste Huckelpiste. Dementsprechend groß war die Freude, als vergangenen Monat neue Bauarbeiten starteten – doch dann stoppten sie wieder.
Der Grund für den Abbruch ist laut einem der zuständigen Ingenieure ein neues Bodengutachten, bei dem sich herausstellte, dass der Unterboden zu weich sei. Was dies konkret für die Straßenarbeiten bedeutet, ist unklar. Das Ingenieursbüro, das die Messungen vorgenommen hat, sowie der Bauleiter vor Ort, möchten sich zu dem Thema nicht äußern. Die für das Neubaugebiet verantwortliche Projektgesellschaft Castell aus Münster ist für Rückfragen nicht zu erreichen. Stadtsprecher Helge Miethe teilt allerdings mit, dass es nach Kenntnisstand der Stadt Klärungsbedarf zwischen Castell und der von ihnen beauftragten Firma gäbe.
Castell ist als Investor auch für den Bau der Straße samt Beleuchtung verantwortlich. Diese soll nach Fertigstellung von der Stadt abgenommen und in ihren Besitz übergehen. Daran scheint es hier allerdings seit Jahren zu scheitern. In unregelmäßigen Abständen würde weitergebaut, gelegentlich gepfuscht, dann neu angefangen, erklärt eine 39-jährige Anwohnerin. Sie erinnert sich, dass es einmal ein ganzes Jahr dauerte, bis 50 Meter Straße gepflastert waren.
„Es ist einfach alles dreckig.“
Laut einer 58-jährigen Anwohnerin ist der Zustand nach der kurzen Bauphase nun schlimmer als vorher – ihre Nachbarn kommen mit dem Auto nicht mehr auf ihr Grundstück, die noch stehenden Baken erschweren zusätzlich die Durchfahrt. Bei Regen verwandelt sich die Straße in eine Sumpflandschaft, jetzt an heißen Tagen wird Dreck und Staub aufgewirbelt. „Es ist einfach alles dreckig“, teilt die 39-jährige Anwohnerin mit. Lüften ginge deswegen nur selten.
Der HAZ-Redaktion liegt ein Brief vor, in dem Anliegern im Oktober 2022 mitgeteilt wurde, dass die Enderschließung begonnen hätte und dabei versucht würde, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Im Bauvertrag ist festgelegt, dass die Firma Castell mit dem Endausbau der Straßen beginnen muss, sobald das Gebiet zu 80 Prozent bebaut ist. Dies ist seit Herbst 2022 der Fall – die Häuser stehen und Menschen wohnen dort. Das Problem: Die tatsächliche Fertigstellung ist nicht vertraglich festgelegt. Und wie sehr sie sich durch die neuen Bodenmessungen verzögert, ist noch unklar. Stadtsprecher Helge Miethe kommentiert: „Uns sind bezüglich des Endausbaus die Hände gebunden, dieser liegt allein in der Verantwortung des Investors. Das Ganze sorgt auch bei uns für großen Unmut.“

