Hildesheim - Die Bearbeitungszeit von Anträgen im Standesamt der Stadt hat sich nach deren Darstellung wieder verkürzt: Das hat Personalchefin Martina Donat am Montagabend im Ausschuss für Innere Angelegenheiten berichtet. Man sei auf einem guten Weg, habe die Amtsleitung versichert.
Wartezeiten haben finanzielle Folgen für manche Bürger
Das Standesamt war im Herbst in die Kritik geraten, weil Bürger sich über zu lange Wartezeiten geärgert hatten. So dauerte es unter anderem bis zu sechs Wochen, um eine Geburtsurkunde zu bekommen; üblich sind ein bis zwei Wochen. Für die betroffenen Familien hat das finanzielle Folgen: Sie benötigen bestimmte Unterlagen, um Leistungen wie Elterngeld beziehen zu können.
Personalchefin Donat hatte die Personalnot seinerzeit im Ausschuss mit einer Verkettung unglücklicher Umstände begründet. Finanzdezernent Ulf Behnel erklärte sie im Rat, der das Thema auf Antrag der CDU behandelte, mit Krankheiten, unglücklicher Urlaubsplanung und Vakanzen. Bis Ende des Jahres aber – so hatte es Behnel im September angekündigt – werde man wieder bei den normalen Bearbeitungszeiten liegen.
Davon ist die Verwaltung allerdings nach dem, was Donat nun am Montag im Ausschuss verkündete, noch weit entfernt. Die Lage habe sich zwar entspannt, sagte die Personalchefin, die Bearbeitungszeit habe sich verkürzt. So seien inzwischen alle festen Stellen bis auf eine wieder besetzt.
Neues Gesetz führt zu Mehrbelastung im Standesamt
Doch die neuen Mitarbeiter müssten eingearbeitet werden. Und das dauere nun einmal, betonte Donat. Die Verwaltung hat die Stellenzahl im Standesamt formal nicht erhöht, aber Beschäftigte dorthin abgeordnet, um den Engpass zu beseitigen. Allerdings habe eine Gesetzesänderung zu einer Mehrbelastung geführt, betonte die Personalchefin: So müssten bestimmte Vorgänge nun mit einer Digitalisierung der bisher auf Papier geführten Unterlagen einhergehen. „Die Mitarbeiter im Standesamt haben es derzeit wirklich schwer“, sagte Donat.
SPD-Ratsherr Tim Bellgardt wollte sich damit allerdings nicht zufrieden geben: Die Personalchefin möge doch die Verbesserung zeitlich genau einordnen, bat der Sozialdemokrat. Donat kam dem Wunsch schließlich nach: Ausgehend von einer Bearbeitungsdauer von acht bis neun Wochen im Herbst seien es inzwischen wohl etwa 30 Prozent weniger. Wie viele Vorgänge nun noch genau offen seien, könne sie aber nicht sagen – manchmal seien die Anträge auch einfach nicht vollständig.
