Nutzfläche von 11 500 Quadratmeter

Berufsbildungszentrum in Hildesheim verkauft: Das plant der neue Eigentümer

Hildesheim - Ein Immobilienunternehmer aus Hemmingen hat das alte Hildesheimer BBZ der Handwerkskammer übernommen – und schon einen Pächter für das Ex-Internat gefunden.

Das alte Berufsbildungszentrum in der Borsigstraße: Auf einem Areal von rund 14 000 Quadratmetern gibt es in den Gebäuden eine vermietbare Fläche von 11 500 Quadratmetern. Foto: Jan Fuhrhop

Hildesheim - Das Hemminger Familienunternehmen Haack Immobilien investiert weiter in Hildesheim: Nachdem 2019 der frühere Telekom-Gebäuderiegel inklusive der ehemaligen Post-Filiale am Hindenburgplatz ins Eigentum der Firma überging, verkündet Miteigentümer Ruben Haack nun das nächste große Geschäft – den Kauf des bisherigen Hildesheimer Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in der Borsigstraße.

Gewerbepark für Handwerksbetriebe

Ein „super spannendes“ Objekt, wie Haack findet – er will aus dem Gebäudekomplex mit insgesamt 11 500 Quadratmeter vermietbarer Nutzfläche auf einem rund 14 000 Quadratmeter großen Grundstück einen Gewerbepark für Handwerksbetriebe machen. „Wir haben Lust darauf, das Areal zu entwickeln.“ Außerdem ist klar, wer der Pächter für das alte angeschlossene Internatsgebäude mit 42 Zimmern sein soll: Das Hannoveraner Unternehmen English Romance Service GmbH will daraus ein sogenanntes Boarding House machen und Zimmer wochen- oder monatsweise an Handwerker und andere Monteure vermieten.

Boarding House statt Internat

Das Unternehmen ist in dem Bereich bereits in Hannover aktiv, hat aber auch Apartments in Hildesheim im Angebot und will dieses nun deutlich erweitern. „Hildesheim ist ein aufstrebender Standort, wir bekommen relativ viele Anfragen von Firmen, die dort Zimmer für ihre Mitarbeiter brauchen,“ sagt English-Romance-Geschäftsführer David Sulkovsky. Der Vertrag zwischen seinem Unternehmen und Haack ist praktisch besiegelt, man warte nur noch auf das endgültige Okay für den Betrieb aus der Hildesheimer Stadtverwaltung, sagt Sulkovsky, dann könne man noch im Herbst mit der Zimmervermietung starten.

Die Handwerkskammer zieht von der Borsigstraße ein paar hundert Meter weiter in die Kruppstraße, wo ins neue Berufsbildungszentrum rund 9 Millionen Euro investiert werden. Der alte Standort ist bereits fast komplett leer, bei einer Versteigerung kommen in diesen Tagen noch die letzten Einrichtungsgegenstände, Geräte und Werkzeuge unter den Hammer. Als Mieter des neuen Eigentümers, der offiziell zum 1. September die Schlüssel bekommt, bleiben in der Borsigstraße auch künftig die Akademie Überlingen für berufliche Fortbildungen sowie die gemeinnützige Gesellschaft QuAsS, eine Tochter der Handwerkskammer, die Arbeitsuchende für künftige Aufgaben qualifiziert.

Eigentümer verspricht faire Mietpreise

Bei der Vermietung der weiteren Büroräume, Hallen und Werkräumen denkt Ruben Haack vor allem an Handwerksbetriebe. „Es gibt hier optimale Voraussetzungen“, sagt er unter anderem mit Blick auf die Kfz-Werkstatt, und er ist zuversichtlich, dass das Interesse groß genug ist, damit sich sich die Investition rentiert. Wie hoch der Kaufpreis für den gesamten Komplex war, dazu sagt er nichts. Nur so viel: „Es war kein Schnapper, aber auch nicht überzogen.“

Mehr als in Ordnung solle auch die Höhe der künftigen Miete für Betriebe sein, kündigt der neue Eigentümer an. „Wir gehen ganz bewusst über den Preis.“ Der Preis werde pro Quadratmeter voraussichtlich zwischen 3 und 4 Euro liegen. Er habe bereits erste Anfragen bekommen, berichtet Haack, obwohl die Vermarktung richtig erst ab richtig September losgehe.

Erinnerungen an alte Zeiten im BBZ

Bis dahin sollen noch notwendige Reparaturen und Renovierungen laufen, allzu große Summen müsse sein Unternehmen aber nicht investieren, sagt Haack. Die Ende der 1960er Jahre errichteten Gebäude seien noch gut in Schuss, die Handwerkskammer habe fortlaufend Modernisierungen vorgenommen, so seien auch keine neuen Heizungsanlagen oder Elektrik nötig. Ein Vorteil für den Immobilienunternehmer, der vor allem in den Regionen Hannover, Celle und Hildesheim aktiv ist: zum Familienbetrieb gehört auch eine Baufirma, die die meisten anfallenden Arbeiten direkt erledigen kann. Und für manchen der Mitarbeiter wäre die Baustelle ein bekannter Ort, wie Haack berichtet: „Die haben hier vor vielen Jahren im Berufsbildungszentrum gelernt.“

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