Kampf gegen das Coronavirus

Betriebsärzte: Impfstart bei Hildesheims größtem Arbeitgeber

Hildesheim - Der erste Impfstoff ist angekommen, der Starttermin für die Bosch-Kampagne gegen Corona steht fest. Wann geht es los, wie wirkt sich das aus, wer profitiert noch?

Im Bosch-Werk im Hildesheimer Wald starten die Betriebsärzte am Dienstag mit Impfungen gegen das Coronavirus. Foto: Julia Moras (Archiv)

Hildesheim - Impfzentren und Arztpraxen beklagten zuletzt allzu geringe Impfstoff-Lieferungen, die Knappheit dürfte zumindest in dieser und in der nächsten Woche noch anhalten. Doch immerhin startet am Dienstag ein weiterer Teil der Impfkampagne gegen das Coronavirus: Erstmals werden auch in Stadt und Landkreis Hildesheim Betriebsärzte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen impfen. Sie sollen ihren Beitrag dazu leisten, die Impfquote ansteigen zu lassen.

Bei Hildesheims größtem Arbeitgeber Bosch sind am Montag insgesamt 204 Impfdosen von Biontech eingetroffen, wie Unternehmenssprecherin Mandy Brunkau am Nachmittag berichtete. Damit könne es wie erhofft am Dienstag mit den Impfungen auf dem Werksgelände im Hildesheimer Wald losgehen. Bosch wollte dort zwei regelrechte Impfstraßen einrichten, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Beschäftigte versorgen zu können. Die Nachfrage sei sehr groß, stellt Brunkau fest.

Dabei will Bosch nicht nur Mitglieder der eigenen Belegschaft impfen, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des benachbarten Automobil-Zulieferers SEG Automotive. Das hatten beide Unternehmen im Vorfeld vereinbart. SEG gewährt seinen Beschäftigten sogar einen Tag Sonderurlaub, wenn sie sich impfen lassen – als zusätzlichen Anreiz. Bosch hatte sich frühzeitig bundesweit auf eine eigene Impfkampagne vorbereitet, um sofort starten zu können, wenn die Freigabe für die Betriebsmediziner kommt. Seit Montag liegt sie nun vor, der erste Impfstoff wurde geliefert.

Die Impfungen in den Betrieben als dritte Säule neben Impfzentren und Arztpraxen tragen allerdings auch dazu bei, dass die Verfügbarkeit von Serum in Zentren und Praxen begrenzt bleibt – weil ja nun auch Kontingente an die Betriebsärzte gehen.

Ursprünglich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von der zweiten Juniwoche an deutlich höhere Liefermengen in Aussicht gestellt. Da sich die Erhöhung nun aber verzögert und zudem ein Großteil der aktuell gelieferten Dosen in Impfzentren und Arztpraxen für anstehende Zweitimpfungen benötigt wird, müssen sich alle impfenden Stellen die noch immer begrenzten Mengen teilen. Insgesamt soll sich die Kampagne durch den Einstieg der Betriebsärzte aber trotzdem wieder etwas beschleunigen.

Ob am Dienstag weitere Unternehmen in Stadt und Landkreis Hildesheim mit Impfungen beginnen, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass das geplante Drive-in für Beschäftigte verschoben werden muss. Am Donnerstag sind bei KSM Castings die ersten 30 Impfungen durch einen Betriebsarzt geplant.

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