Hildesheim - Durch den Corona-Ausbruch hat der Landkreis die Impfungen im Hildesheimer Seniorenheim Lambertinum, die eigentlich am Montag beginnen sollten, erst einmal abgesagt – und verweist auf das Land Niedersachsen: „Bei einem diffusen oder größeren Ausbruchsgeschehen empfiehlt das Sozialministerium, nicht in die Heime zum Impfen zu gehen.“
Ausnahmen gebe es nur, wenn sich der Corona-Ausbruch „auf eine räumlich getrennte Gruppe beschränkt und die zur Impfung angemeldeten Personen keine Kontaktpersonen der ersten Kategorie und damit nicht in Quarantäne sind“.
Davon kann im Lambertinum keine Rede sein. So gut wie alle nicht infizierten Bewohner sind vom Gesundheitsamt als direkte Kontakte eingestuft worden. Auch lässt sich der Ausbruch fraglos als „diffus“ oder „größer“ definieren. Wann dort nun geimpft wird, steht noch nicht fest und hängt auch von der weiteren Entwicklung des Ausbruchs ab. Hinzu kommt: Aktuell ist der Impfstoff für Hildesheim ohnehin aufgebraucht.
Auch Nordstemmen wartet
Die Hoffnung einzelner Angehöriger von Bewohnern, dass die noch nicht infizierten Bewohner schnell zumindest die erste Impf-Dosis bekommen und damit möglicherweise zumindest ein bisschen geschützt sein könnten, erfüllt sich also nicht. Den versprochenen 97-prozentigen Schutz soll es bei dem Biontech-Impfstoff erst eine Woche nach Verabreichung der zweiten Impf-Dosis geben, die erste Impfung soll aber bereits einen gewissen Schutz bewirken. Mindestens ein Angehöriger überlegt deshalb, seine im Heim wohnende Mutter bis auf weiteres zu sich nach Hause zu holen.
Auch andere Seniorenheime sind von dieser Maßgabe betroffen. So muss auch die Senioren-Residenz Nordstemmen länger als geplant auf die Impfung von nicht infizierten Bewohnern und Mitarbeitern warten. Wer bereits infiziert war, soll laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts zunächst nicht geimpft werden – weil zumindest temporär Immunität besteht.
