Hildesheim - Wie geht es mit der historischen Brücke unter dem Dammtor weiter, wenn die Archäologen deren Südseite dokumentiert haben? Und was bedeutet das für die künftige Verkehrsführung in dem Bereich?
Um darauf die richtigen Antworten zu finden, hat der Rat jüngst zwei Expertenanhörungen beschlossen. Die Stadt hat diese nun terminiert und festgelegt, welche Fachleute dabei sind. Beide Symposien sollen im Ratssaal stattfinden – damit können jeweils höchstens 130 Menschen direkt vor Ort zuschauen. Die Stadt sieht in der beschränkten Kapazität kein Problem: Sprecher Helge Miethe verweist unter anderem auf die Möglichkeit, via Internet zuzusehen oder zuzuhören.
Die Anhörung zur Bedeutung der 850 Jahre alten Brücke und zu bautechnischen Fragen ist für Freitag, 5. Mai, vorgesehen. Los geht es um 17 Uhr. Als Experten in Sachen Archäologie nehm vier Männer teil: Stadtarchäologe Christoph Salzmann, Dr. Markus C. Blaich, der als Referent für Mittelalterarchäologie und Bauforschung im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege arbeitet und dort stellvertretender Leiter der Abteilung Archäologie ist, der Kölner Stadtarchäologe Professor Dr. Marcus Trier und Dr. Jobst Graf von Wintzingerode vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Obere Denkmalschützer aus Hannover sitzen auf dem Podium
Dr. Blaich und Graf Wintzingerode kommt eine besondere Rolle im Zusammenhang mit der Dammstraße zu: Beide sind von Amts wegen damit befasst und schauen der Stadt beim weiteren Umgang mit der Brücke auf die Finger. In der Runde am 5. Mai sitzen außerdem Vertreter der Firmen, die die Brücke gerade für die Archäologen freilegen und eines Ingenieurbüros mit dem Schwerpunkt Bauwerkserhaltung.
Die Anhörung zu den Verkehrsfragen ist für Sonnabend, 6. Mai, von 15 bis 17 Uhr geplant. Hier geht es darum, welche Folgen ein dauerhaftes Sichtbarmachen der Brücke haben könnte – zum Beispiel durch eine Einbahnstraßenregelung. Als Experten nehmen ein Vertreter des Verkehrsplanungsbüro shp teil (sozusagen das Haus- und Hofbüro der Stadt, die seit Jahren mit shp zusammenarbeitet), Berufsfeuerwehrchef Heiko Pfänder, Polizeiverkehrsexperte Günter Sievert und Bernd Störig, der stellvertretene Chef des Stadtverkehrs (SVHI).
Die Rathausspitze hat ihre Vorstellungen am Montag dem vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss präsentiert, dort stieß das Konzept auf Zustimmung. Allerdings sollen dem Vernehmen nach aus dem Kreis der Politiker Bedenken wegen der beschränkten Zuschauerzahl laut geworden sein – verbunden mit der Frage, ob keine größeren Räume zur Verfügung stünden. Die Verwaltung soll dies verneint haben.
Stadt sagt, Uni-Audimax habe nicht zur Verfügung gestanden
Stadtsprecher Miethe erklärte am Dienstag gegenüber der HAZ, die Verwaltung habe bei der Universität wegen des Audimax’ angefragt. Dieses stehe aber in dem Zeitraum, der in Betracht komme, nicht zur Verfügung. Auf die Frage der HAZ, wieso die Stadt nicht den Bildungscampus (Hohnsenschule) nutze, verwies Miethe auf den „wesentlich größeren Aufwand“ im Vergleich mit dem Ratssaal.
Es sei nicht auszuschließen, dass das Interesse, vor Ort dabei zu sein, größer sei als die Kapazität des Saals, räumte Miethe ein. Man werde deshalb um eine Anmeldung bitten, kündigt er an. Außerdem stünden neben den 130 Plätzen im Ratssaal weitere 50 bis 60 in benachbarten Sitzungsräumen als Reserve zur Verfügung; dort könnten Bürger die Veranstaltungen per Stream verfolgen. Dies sei auch schon für die Ratssitzung jüngst zur Dammstraße vorbereitet gewesen, es habe aber keinen Bedarf gegeben: Der Ratssaal habe gereicht, betont Miethe.
Zudem übertrage Radio Tonkuhle die Symposien per Audiostream. Die Verwaltung habe im Vorfeld auch andere Örtlichkeiten angefragt, aber nichts Geeignetes gefunden. Im Ratssaal sei die Technik für das Streaming vorhanden, er biete sich daher mit Blick auf den Aufwand und die Kosten an. Der Rat wollte ursprünglich im Mai über das weitere Vorgehen entscheiden. Nun dürften sich die Politiker darauf wohl erst am 26. Juni festlegen.

