Hildesheim - Drei Monate war Pause auf der Baustelle rund um die historische Brücke in der Dammstraße. Jetzt gehen die Arbeiten wie vor einigen Wochen von Stadtentwässerung (SEHi) und Stadt angekündigt weiter: Als nächster Schritt steht nun der Bau der Betonplatte an, die das 850 Jahre alte Bauwerk im Boden versiegeln soll. Dann folgt die neue Fahrbahn. Bis allerdings in der Dammstraße wieder der Verkehr fließen kann, wird es noch mindestens bis zum Frühjahr dauern.
Arbeiter der Baufirmen Bettels und Hermanns begannen am Montag damit, die Baustelle einzurichten. Die beiden Unternehmen waren bereits in den vergangenen zwei Jahren in der Dammstraße als Arbeitsgemeinschaft (Arge) im Einsatz; die Arge hat nun auch den Auftrag der SEHi für die ausstehenden Arbeiten bis zur Freigabe der Straße erhalten. Am Dienstagmorgen brachte dann ein Lastwagen die ersten Elemente der so genannten Verbaukästen, die für das Aufbringen der Betonplatte erforderlich sind. Im Verlauf des Tages folgten noch weitere Lieferungen. Das Gewicht aller Verbauelemente beträgt laut SEHI zusammen um die 65 Tonnen, die Platte wiegt nach früheren Angaben rund 300 Tonnen. Die Verbauelemente werden benötigt, um auf der Nordseite der historischen Brücke den Einbau des Fundaments zu ermöglichen; dazu soll im weiteren Verlauf der Arbeiten parallel zur nördlichen Brückenkante ein Betonstreifen gegossen werden.
Auf der Südseite sollen Pfähledie Betonplatte stützen
Auf der Südseite haben sich die Experten für eine andere Gründung der Betonplatte entschieden: Sie soll hier auf 14 Mikropfählen ruhen, die jeweils einen Durchmesser von 25 bis 30 Zentimeter haben; dazu kommen zwei diagonale Streben. Die Pfähle reichen nach SEHi-Angaben jeweils 27 Meter tief in den Boden. Bevor die Bauarbeiter allerdings mit den entsprechenden Arbeiten loslegen können, rücken auf der Südseite Kampfmittelexperten an: Sie sollen – voraussichtlich am Mittwoch und Donnerstag – mit lanzenähnlichen Geräten bis zu einer Tiefe von acht Metern erkunden, ob dort gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern. Nach Einschätzung der Fachleute sind Blindgänger nicht tiefer ins Erdreich eingedrungen.
EVI-Baugrube auf der Ostseiteder Innerstebrücke soll ab Montag zugeschüttet werden
Auch auf der Ostseite der Innerstebrücke nebenan laufen noch Arbeiten: Die EVI stellt dort das ursprüngliche Leitungsnetz für die Trinkwasserversorgung wieder her. Das Unternehmen hatte die Verbindung wegen der Arbeiten rund um die historische Brücke vorübergehend stilllegen müssen und das Wasser umgeleitet. Ab Sonnabend soll nun wieder der übliche Kreislauf in Betrieb sein; am Montag beginne eine Firma damit, die Baugrube zu verschließen, teilte die EVI-Pressestelle auf Anfrage mit.
Bei diesen Arbeiten waren jüngst ebenfalls Teil der historischen Brücke entdeckt worden. Die Stadt muss den Bereich nach Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege aber erst dann genauer archäologisch untersuchen lassen, wenn sie dort die Fahrbahn saniert und die Innerstebrücke erneuert. Beides ist nach Angaben der Verwaltung erst „langfristig“ vorgesehen.
