Hindenburgplatz

„Das muss sich alles einspielen“: Was Stadt Hildesheim, ADFC und SVHI zur neuen Verkehrsführung am PvH sagen

Hildesheim - Die Kreuzung am Hindenburgplatz ist wieder frei, an anderen Knotenpunkten wie etwa der Struckmannstraße wird an der Kennzeichnung der neuen Verkehrsführung noch gearbeitet. Da ist es für eine Bewertung zu früh, meinen Verbände, Unternehmen und die Stadt – im Gegensatz zu einigen Verkehrsteilnehmern.

Das leuchtet weit nach oben: Die neuen Markierungen zur Verkehrsführung rund um den Hindenburgplatz sind mit viel frischer Farbe aufgetragen und gerade erst fertig geworden. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Arbeiten an der Kreuzung um den Hindenburgplatz sind abgeschlossen, die neue Verkehrsführung muss sich nun bei Auto-, Rad- und Busfahrern sowie Fußgängern bewähren. Ob das funktioniert, darüber gibt es offenbar geteilte Meinungen.

Aus Sicht der Stadt hat der Prozess der Umstellung auf die neue Verkehrsführung am Hindenburgplatz gerade erst begonnen, an weiteren Knotenpunkten werde sogar noch gearbeitet, wie Rathaus-Sprecher Helge Miethe sagt: „Für eine Bewertung, ob sich die Verkehrsteilnehmenden an die Änderungen gewöhnt haben, ist es viel zu früh.“ Fast wörtlich dasselbe sagt der SVHI für den Busverkehr: „Aus Sicht des SVHI ist es zu früh, um die Situation beurteilen zu können, da die Baumaßnahmen noch nicht final abgeschlossen sind und die Umsetzung der neuen Verkehrsführung eine Zeit lang beobachtet werden sollte“, sagt Sprecherin Katrin Schneemann. „Alle Verkehrsteilnehmer müssen sich auf die Situation einstellen.“

Alles muss sich über einen längeren Zeitraum einspielen

Zur Zeit seien noch die Markierer an den Knotenpunkten unterwegs. „Die Kreuzung Struckmannstraße wurde erst letzte Woche fertig, die Kreuzung B1/Marie-Wagenknecht-Straße wird es erst nächste Woche.“ Des Weiteren fehle noch die begleitende Stadtringbeschilderung, die, so Miethe, eventuell nächste Woche aufgestellt werde. Insgesamt müsse sich „alles über einen längeren Zeitraum einspielen“.

Sicher gebe es in den Abläufen auch Schwachpunkte, räumt Miethe ein. So müsse der Individualverkehr längere Wartezeiten in Kauf nehmen, „aber das ist ja gerade Sinn der Sache, also eigentlich kein Schwachpunkt“. Denn längere Rotphasen an den Ampeln in Richtung Zentrum sollen helfen, den Durchgangsverkehr um die Innenstadt herum zu lenken: das Ziel aller in dem Zusammenhang stehenden Maßnahmen.

Zu kurze Grünphase für die Fußgänger

Allerdings gibt es bereits ganz konkrete Kritikpunkte, wie etwa ein HAZ-Leser sie zum Verkehr aus Richtung der Wollenweberstraße äußert: „Gerade morgens gehen sehr viele Schüler über die Fußgängerampel, und es kommt vor, dass die Ampel schon rot ist, doch der Überweg noch voller Menschen.“ Die Schaltung sei hier nicht den tatsächlichen Bedürfnissen angepasst. Insgesamt halte er aber eine Besserung der Situation auch dadurch für möglich, „dass die Menschen sich andere, vielleicht auch längere Wege suchen und versuchen, diese Kreuzung zu umfahren“.

Ein weiterer Abschnitt, der offensichtlich für Unsicherheit sorgt, ist die Strecke geradeaus von der Goslarschen Straße auf die Schuhstraße. Autofahrer befinden sich vor der Kreuzung auf der linken Spur, müssen danach aber in die einzig geradeausführende nach rechts schwenken. Was oft als gewöhnungsbedürftige Verkehrsführung wahrgenommen wird – aber auch als Gefahr für geradeaus fahrende Radler, die von den Autofahrern leicht übersehen werden könnten.

Auch die Radfahrer lernen jeden Tag dazu

Wie Dietmar Nitsche vom ADFC aus den Gesprächen mit Mitgliedern weiß. „Ja, wir kennen die Vorbehalte von Radfahrern auf dieser Kreuzung. Und stehen dazu wie auch zur gesamten Verkehrssituation mit der Stadt im Austausch.“ Abschließend bewerten wolle man das Ganze aber derzeit noch nicht, sagt Nitsche. „Wir lernen ja auch jeden Tag hinzu und wachsen in diese neue Situation hinein“, sagt er. Dennoch sei Fakt: „Unser Bestreben ist es, dass sich am Ende Radfahrer, und zwar auch die nicht ganz so sicheren Fahrer, hier sicher fühlen können.“

Die Stadt will auch hier erst einmal abwägen. „Wo man den Radverkehr bevorteilt, geht das in der Regel zu Lasten einer anderen Verkehrsart“, so Helge Miethe. „Alles eine Frage der Perspektive.“

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