Bad Salzdetfurth/Heinde - Der Ärger um den Standort für Heindes neues Feuerwehrhaus geht in die nächste Runde. Bislang hat der eher hinter den Kulissen stattgefunden. Es brach nur immer mal wieder durch, dass es offenbar unterschiedliche Meinungen dazu gibt. Am Dienstagabend ging es dazu erstmals in einer öffentlichen Sitzung hoch her. Im Mittelpunkt des Streits stehen Heindes Ortsbürgermeister Kai Schwetje (SPD) und Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt, der zudem parteiloses Ratsmitglied ist.
Stadtbrandmeister nicht überzeugt
Dass ein Feuerwehrhaus gebaut wird, es in der Prioritätenliste nach vorne gerutscht ist, ist längst beschlossene Sache. Einzig der Standort ist noch nicht fix. Die Verwaltung empfiehlt, das Gebäude auf dem Grundstück im Ort gegenüber dem Lädchen zu bauen. Das gehört der Stadt bereits. Schwetje erinnerte in der Ausschusssitzung daran, dass der Heinder Ortsrat und auch die Freiwillige Feuerwehr im Ort einstimmig hinter dieser Empfehlung stehen.
Nicht überzeugt davon ist der Stadtbrandmeister, der der Sitzung als Gast beiwohnte. Bevor für ihn die Sitzung unterbrochen wurde und er Stellung beziehen konnte, gab es jedoch einen Antrag von Heiner Schrell. Der Parteilose, der in der kommenden Legislaturperiode zusammen mit Bellgardt als Wählergruppe MIB im Stadtrat vertreten ist, beantragte, den Tagesordnungspunkt zu streichen. Die Entscheidung über den Standort solle vielmehr der neu gewählte Stadtrat fällen, der müsse schließlich auch die entsprechende Finanzierung beschließen. Zu viele Fragen seien noch nicht geklärt, so Schrell. Deswegen solle die Entscheidung nicht übers Knie gebrochen werden.
Seit fast einem Jahr schon Thema
Die anderen Ratsmitglieder zeigten sich über die Begründung einigermaßen ratlos. Nicht nur Schwetje, sondern unter anderem auch CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Evers erinnerte daran, dass das Thema schon seit fast einem Jahr in unterschiedlichen Gremien diskutiert werde.
Alle an einen Tisch – und zwar zügig – ein Kommentar von HAZ-Redakteurin Ulrike Kohrs
Tatsächlich hat der Verwaltungsausschuss im Frühjahr beschlossen, das entsprechende Grundstück als eine Option für das Feuerwehrhaus zu kaufen. Danach ist unter anderem mehrfach im Heinder Ortsrat öffentlich darüber diskutiert worden. Im Juni haben sich Ortsrat und Ortsfeuerwehr einstimmig für den Standort ausgesprochen. Diese Entscheidung sei auch der Politik und der Verwaltung übermittelt worden. „Auch dir, Matthias“, wandte sich Schwetje an den Stadtbrandmeister. Und er wundere sich, warum sich der Stadtbrandmeister nicht in Heinde gemeldet habe, wenn er Bedenken gegen den Standort hege. „Von dir ist nichts gekommen“, so Schwetje.
Schrells Antrag abgelehnt
Nachdem Schrells Antrag abgelehnt wurde, konnte der sich zu der Angelegenheit äußern. „Mein Stellvertreter und ich haben auf Wunsch der Verwaltung eine Stellungnahme zu allen vier Standorten abgegeben“, erklärte Bellgardt. Der Wunsch sei vor rund zwei Wochen an ihn herangetragen worden. Ansonsten sei seine Expertise nie angefragt gewesen. Die Stellungnahme läge der Verwaltung vor, die Politik könne sie dort abfragen. Bellgardt nannte die Verkehrssituation in Höhe des Grundstücks „prekär“, die Zufahrten seien schwierig, zudem seien die Fachbehörden, die den Standort professionell beurteilen könnten, noch nicht gehört worden. Nur weil der Standort schnell zu Fuß und mit dem Rad erreichbar sei und jemand den unbedingt durchsetzen wolle, sei er noch lange nicht gut.
„Es geht hier heute um eine Beurteilung mit Blick auf die Voraussetzungen für eine Bauleitplanung“, so Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Klages (SPD). Da sahen die Ausschussmitglieder keine Probleme – eher Vorteile. Weil keine Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig sei, könne dort zügig gebaut werden.
Stadtrat entscheidet wohl im Oktober
Mehrheitlich stimmte der Ausschuss dann auch dafür. Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Am heutigen Mittwoch (18.30 Uhr, Ratssaal) diskutiert der Ausschuss für Bürgerservice und Ordnung die Angelegenheit, dann geht es um die Belange der Feuerwehr. Die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat voraussichtlich in seiner Oktober-Sitzung.
