Neues Einkaufszentrum

Ein Blick auf Drispenstedts größte Baustelle – und in den größten Hohlraum unter dem Stadtteil

Drispenstedt - Die gbg lässt in Drispenstedt ein neues Einkaufszentrum errichten. Wie es aktuell auf und unter der riesigen Baustelle aussieht und warum noch keine Wohnungen angeboten werden.

Projektleiter Jörn Schrader hat Drispenstedts größte Baustelle im Blick. In das Erdgeschoss in der Bildmitte zieht nach Fertigstellung Edeka ein. Foto: Christian Harborth

Drispenstedt - Dort, wo sich die Kundschaft in etwas mehr als einem Jahr mit Einkaufswagen durch die Gänge bewegen soll, steht am Freitag Installateur Sead Zulic und glättet mit einem Trennschleifer lange Haltestangen aus Metall. Mit denen sollen anschließend Leitungen unter der Decke des neuen Drispenstedter Einkaufszentrums befestigt werden. Dort geht es gut voran. „Wir liegen weiterhin im Zeitplan“, sagt Projektleiter Jörn Schrader von der gbg Wohnungsbaugesellschaft Hildesheim AG. Das größte Wohnungsunternehmen der Stadt lässt derzeit an der Ehrlicherstraße für 42 Millionen Euro ein neues Einkaufszentrum mit vielen Geschäften, Wohnungen und einer Tiefgarage bauen. Die alte Ladenzeile war Ende 2023 abgerissen worden. Ihre Nachfolgerin soll Anfang 2026 fertiggestellt sein.

Im fertigen Rohbau sind derzeit Dutzende Arbeiter damit beschäftigt, Leitungen unter den Decken zu ziehen. Auch im vermutlich größten Hohlraum unter Drispenstedt: der neuen Tiefgarage zwischen Jordan- und Hermann-Seeland-Straße. Dort ist schon gut erkennbar, welche Wege die bis zu 115 Fahrzeuge künftig nehmen werden, die dort zeitgleich abgestellt werden können. Sie rollen an der Ehrlicherstraße über eine Rampe in die Tiefe und nach dem Einkauf oder Arztbesuch auf der anderen Seite, am Friedrich-Hage-Weg, über eine weitere wieder ans Tageslicht.

Rossmann und Edeka kommen als neue Ankermieter

Zwei noch nicht beleuchtete, große Aufzugsschächte in der Mitte der Tiefgarage führen direkt in den Bereich, in den Edeka nach der Eröffnung ziehen will. Und in dem Sead Zulic und seine Kollegen gerade an den Leitungsschächten arbeiten. Edeka als neuen zentralen Mieter, in der Branche Ankermieter genannt, für das Einkaufszentrum zu gewinnen, war der gbg besonders wichtig. Aber es bedeutete auch, besondere Wünsche der Supermarkt-Kette zu berücksichtigen. Dazu zählt etwa die Größe der Parkplätze. „Edeka hat die Vorgabe gemacht, dass wir überall eine Breite von 2,60 bis 2,70 Meter einhalten“, sagt Projektleiter Schrader. Das sei auch gelungen.

Schrader verschafft sich am Freitag einen Gesamtüberblick über den Baufortschritt. Er inspiziert die etwa 100 mal 50 Meter große Tiefgarage, die hallenähnlichen Bereiche, in denen künftig Edeka sowie der zweite Ankermieter Rossmann einziehen werden. Im Erdgeschoss und der darüberliegenden Etage ziehen Unternehmen, Apotheker Florian Taentzler mit seiner Hubertus Apotheke und die Gemeinschaftspraxis der Ärztinnen Dr. Jutta Strüber, Dr. Heike Kreye und Luisa Bachmann ein. Apotheker und Ärztinnen verkaufen, beraten und behandeln derzeit noch in Containern vor dem ebenfalls neu gestalteten Stadtteiltreff.

Wer eine der Wohnungen haben will, benötigt einen B-Schein

Projektleiter Schrader steigt die rohen Betonstufen in die oberen Regionen des Baus empor. Insgesamt 51 Sozialwohnungen entstehen in den oberen Geschossen. Arbeiter sind teilweise schon damit beschäftigt, die Wände zu verputzen. Ganz oben sind noch Restarbeiten der Betonbauer zu erkennen: Dutzende mobile Träger halten die trocknende oberste Decke. Wer hier am Ende einzieht, benötigt einen Wohnungsberechtigungsschein, im Volksmund B-Schein genannt. Menschen mit geringem Einkommen weisen mit ihm nach, dass sie einen Anspruch auf eine mit öffentlichem Geld geförderte Wohnung haben.

Weil die gbg aber für den Neueinzug der Mieterinnen und Mieter einen B-Schein benötigt, der nicht älter als ein Jahr ist, hat sie noch nicht mit der Mietersuche begonnen. „Aber wir liegen da in den letzten Zügen“, sagt gbg-Marketingchefin Fenja Nönken. Die gbg werde demnächst mit der Vermarktung beginnen. Weil günstige Wohnungen, vor allem neu gebaute, auch in Hildesheim gefragt sind, rechnet man beim Vermieter damit, dass die 51 Wohnungen nach dem Start schnell vergeben sein werden.

Projektleiter lobt das Tempo des Generalunternehmers

Doch ehe die ersten Mieter einziehen können, gibt es noch reichlich Arbeit. Jörn Schrader, der das Projekt auf Seiten des Auftraggebers leitet, lobt das Tempo, mit dem der beauftragte Generalunternehmer voranschreitet. Verzögerungen und Teuerungen seien gerade überall im Baubereich üblich. „Aber was dieses Unternehmen ankündigt, passiert auch“, freut sich Schrader. „Das finde ich ich wirklich bemerkenswert.“

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