Erste Busse angekommen

Flüchtlings-Notunterkunft auf dem Hildesheimer Volksfestplatz wieder in Betrieb: Bis Weihnachten wächst Zahl der Bewohner auf rund 200

Hildesheim - Nach dem zwischenzeitlichen Stopp für die Notunterkunft auf dem Hildesheimer Volksfestplatz sind die ersten Busse mit Geflüchteten angekommen – wie der Ablauf dort ist und wie es weitergeht. (mit Video)

Die ersten 60 Personen sind in der Notunterkunft auf dem Volksfestplatz Hildesheim angekommen, die Johanniter organisieren im Auftrag des Landes den Betrieb. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Nach dem zwischenzeitlichen Zwangsstopp ist der Betrieb der Notunterkunft auf dem Volksfestplatz Hildesheim wieder angelaufen. Am Dienstag und Mittwoch kamen die ersten beiden Busse mit insgesamt 60 Geflüchteten aus den Landesaufnahmeeinrichtungen in Braunschweig und Bramsche an, für Donnerstag sind weitere rund 100 Personen angekündigt. Das Leitungsteam der Johanniter, die die Zeltstadt betreiben, erhält jeweils einen Tag vorher eine Mitteilung mit der zu erwartenden Anzahl von Flüchtlingen, die sie unterbringen müssen.

Maximale Aufnahmekapazität von 1000 Menschen

Wie viele genau wann kommen und ob die maximale Aufnahmekapazität der Notunterkunft von bis zu 1000 Menschen überhaupt ausgeschöpft werden wird, dazu kann auch die Sprecherin der Landesaufnahmebehörde, Nina Jahnen, keine detaillierten Angaben machen. „Wir rechnen damit, dass wir Ende der laufenden Woche rund 200 Personen in der Zeltstadt untergebracht haben. Wie es dann weitergeht, kann man nicht exakt vorhersagen.“ Die Zahl wird sich aber erhöhen, weil das Land in den kommenden zwei Wochen keine registrierten Flüchtlinge auf die Kommunen weiterverteilt, um die lokalen Behörden über die Feiertage nicht zu überfordern. Deshalb füllen sich die Aufnahmestellen des Landes stärker, die Hildesheimer Zeltstadt dient als Zusatzpuffer.

Dort ist die Heizungsanlage nun so ausgelegt, dass die erforderlichen Temperaturen konstant gehalten werden können. Die Johanniter haben zudem ein eigenes System installiert, das das Leitungsteam per Nachricht aufs Smartphone sofort informiert, wenn die Temperatur in einem der Zelte signifikant absacken sollte.

Flüchtlinge kommen vorwiegend aus der Türkei, Syrien und Afghanistan

Wer in der Hildesheimer Unterkunft ankommt, ist bereits zentral durch die Landesaufnahmebehörde registriert und medizinisch untersucht worden. Vor Ort bekommen alle Ausweise, die den Zutritt und den Aufenthalt zur Zeltstadt ermöglichen. Jede und jeder erhält einen Beutel mit Hygieneartikeln und Bettwäsche, die Schlafzelte sind unterteilt in Kabinen mit sechs bis acht Betten; getrennt sind sie nur durch mit Planen behängte Bauzäune.

Unter den bisher eingetroffenen 60 Personen sind bislang keine Familien, sondern nur allein reisende Menschen, überwiegend Männer. Deren Herkunftsländer sind vor allem: Türkei, Syrien und Afghanistan, einige Geflüchtete stammen aus dem Sudan, Burundi und aus Kolumbien. In der Hildesheimer Zeltstadt bleiben sie nur vorübergehend, maximal einige Wochen, bis sie auf niedersächsische Kommunen verteilt werden. Der Betrieb der Notunterkunft ist bis maximal Ende Februar vorgesehen. Bis dahin wird für die Leitung das Johanniter-Trio Jens Meyer aus Einbeck, Carsten Rohse vom Regionalverband Harz-Heide sowie Thomas Trogisch aus dem Ortsverband Einbeck verantwortlich sein.

Johanniter suchen noch Personal für die Sanitätsstation

Knapp 40 Mitarbeitende haben die Johanniter in den vergangenen Wochen für die Betreuung und für die Sanitätsstation eingestellt, acht Einsatzkräfte für die Sanitätsstation werden noch aktiv gesucht. Hinzu kommt der Sicherheitsdienst eines externen Dienstleisters, der nicht nur an der Zufahrt zum Gelände postiert ist, sondern mit seinem Personal auch in den Schlafzelten sowie im großen Aufenthaltszelt präsent ist, in dem auch die Essensausgabe stattfindet.

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