Hildesheim - Eine Frau hält grinsend ihre Sonnenbrille fest, eine andere filmt sich selbst mit ihrem Handy. Um sie herum: Gellende Schreie und wummernde Musik – sie wirbeln im Break Dancer auf dem Hildesheimer Schützenfest herum. „Wollt ihr nochmal?“, ruft der Ansager mit mehrfachem Echo. Die Antwort, obwohl gebrüllt, geht in der Musik fast unter.
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Eine klassische Szene auf dem Hildesheimer Schützenfest – und das unter strahlend blauen Himmel. Wenige Stunden zuvor sah das noch ganz anders aus, der Festauftakt am Donnerstag fiel wegen des heftigen Sturmtiefs buchstäblich ins Wasser. Die ersten Gäste mussten da leider weggeschickt werden, sagt Platzmeister Manfred Jüngerkes. Die Schaustellerinnen und Schausteller sicherten die Attraktionen – so kamen sie alle unbeschadet durch das Unwetter. Der städtische Bauhof half dann noch schnell aus und streute Rindenmulch über eine matschige Stelle, sagt Prokurist Klaus Heitmann, der den Volksfestplatz vermietet. Bis auf ein paar Pfützen und eine leicht diesige Luft erinnert am Freitagabend nichts mehr an das Unwetter.
Volles Festzelt zur traditionellen Vesper
Was die Schützen bei der traditionellen Vesper sehr freut. „Ich hatte befürchtet, ein Regenfest anzukündigen“, ruft Junggesellenkompanie-Vorsitzender Wolfgang Almstedt in das Festzelt. Doch es sei noch einmal alles gut gegangen, sagt er: „Hier kann man feiern, und das Wetter spielt mit!“ Die Vesper – zum ersten Mal überhaupt mit Moderation, die der Comedian Olli Mau übernimmt– ist gut besucht. Hüte stapeln sich zu kleinen Türmen auf den Tischen, der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Harsum spielt auf, im Nachbarzelt reihen sich Brötchenkörbe meterlang aneinander.
Hildesheims Oberbürgermeister Ingo Meyer braucht beim Fassanstich nur zwei Schläge, um das Bier fließen zu lassen. „Lassen Sie den ein oder anderen Euro auf dem Festplatz“, ruft er vorher noch ins Publikum – damit die Schaustellerinnen und Schausteller nicht zu sehr vom Unwetter gebeutelt sind.
Im Video: Eine Fahrt im neuen Fly Over
Außerhalb des Zelts lassen sich das immer mehr Menschen nicht zweimal sagen, der Platz wird zunehmend voller. Vor den beiden neuen Attraktionen, dem Riesenrad und dem Fly Over, bilden sich anfangs noch moderate Schlangen.
Und dann das Feuerwerk
Das hauptsächlich jugendliche Publikum strömt eher zum Break Dancer und zum Hip Hop Jumper. Aber der Abend ist noch jung – und die Menge an Menschen, die den Pferdeanger runterspazieren, reißt nicht ab.
Später, als es dunkel ist, gibt’s dann noch viele „Aaaahs“ und „Ooohs“ – fürs Feuerwerk richten sich die Blicke nach oben. Und dann ist irgendwann Schluss auf dem Schützenfest. Aber nur für den Freitag – ab Samstagmittag geht es wieder weiter.
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