Kreis Hildesheim - Allein im Landkreis Hildesheim dürften mittlerweile täglich Hunderte Betroffene hinzukommen: Menschen, die schon dreimal geimpft sind und sich danach trotzdem mit dem Coronavirus infizieren. Weil die Impfungen bei der Omikron-Variante zwar in vielen Fällen Krankheitsverläufe abmildern können, aber kaum noch vor der Ansteckung schützen. Viele, auch zweimal Geimpfte, stehen nun vor der Frage: Soll ich mich trotz Infektion auch ein drittes oder viertes Mal impfen lassen? Und wenn ja, wann?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte zu dieser Frage zuletzt im Mai eine Empfehlung veröffentlicht. Diese bezog sich allerdings nur auf den Fall, dass jemand doppelt geimpft ist und sich dann ansteckt – und auf die Frage, wie es danach mit dritter oder gar vierter Impfung aussieht. Quintessenz: Lagen zwischen der zweiten Imfung und der folgenden Corona-Infektion weniger als drei Monate, sollten sich Betroffene später boostern lassen – allerdings frühestens drei Monate nach der Infektion.
Was die Stiko empfiehlt
Lagen zwischen Zweitimpfung und Infektion mehr als drei Monate, sollten sich nur besondere Risikogruppen, für die jetzt auch die vierte Impfung empfohlen ist wie über 70-Jährige, Immunsupprimierte und Beschäftigte in Kliniken und Altenheimen, noch einmal immunisieren lassen. Denn die Stiko wertet Impfung oder Infektion innerhalb von maximal drei Monaten als ein einziges „immunologisches Ereignis“. Liegen mehr als drei Monate dazwischen, wird die Infektion hingegen wie eine weitere Impfung gezählt.
Für dreimal Geimpfte hieße das in der Konsequenz: Haben sie sich mehr als drei Monate nach der dritten Impfung angesteckt, ist die Infektion wie eine vierte Impfung zu werten. Haben sie sich weniger als drei Monate nach der dritten Impfung angesteckt, kommt hingegen zusätzlich eine vierte Impfung infrage. Die Stiko empfiehlt diese nach wie vor für niemanden außer den genannten Gruppen offiziell, viele Ärzte in Praxen und auch in Impfzentren und Impfteams verabreichen sie auf Wunsch aber trotzdem.
Neuer Impfstoff im Herbst?
Dr. Bernd Schüttrumpf, Vorsitzender des Hausärzteverbandes im Landkreis Hildesheim, empfiehlt dreimal Geimpften, nach einer Infektion mindestens sechs Monate mit einer weiteren Impfung zu warten.
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„Dabei haben wir auch den für Herbst angekündigten, angepassten Impfstoff im Hinterkopf, auf den man warten sollte“, sagt der Sarstedter Mediziner.
