Kreis Hildesheim - Die Hildesheimer Kreisverwaltung hofft weiter darauf, dass aus den Städten und Gemeinden im Kreisgebiet noch Vorschläge kommen, in welchen Gebäuden oder auf welchen Flächen (in Containern) geflüchtete Menschen untergebracht werden könnten. Das könne dann zu einer gleichmäßigeren Verteilung führen, schrieb die Verwaltung in einer Antwort auf eine Anfrage der CDU-Kreistagsfraktion. „Grundsätzlich werden Flüchtlinge da untergebracht, wo Wohnraum zur Verfügung steht“, heißt es darin. Das habe zu einer sehr ungleichen Verteilung der Flüchtlinge auf die jeweiligen Gemeinden geführt.
Schule wird weiter vorbereitet
Die Gemeinde Lamspringe gehört mit bisher 220 Aufgenommenen bereits kreisweit zu den Kommunen, in denen der Anteil von Geflüchteten an der Gesamtbevölkerung am höchsten ist, hinter Alfeld, Bockenem, Bad Salzdetfurth und Elze. Nun fürchten CDU und FDP im Rat der Gemeinde Lamspringe, dass der Anteil dort so stark steigen könnte, dass die Integration schwierig wird. Denn wie berichtet sollen 120 Männer, Frauen und Kinder in die alte Realschule einziehen. Dann wird Lamspringe die Kommune mit dem höchsten Anteil sein. Das Gebäude wird weiter wie geplant für die Aufnahme von Asylbewerberinnen und -bewerbern vorbereitet. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner dürften dort in wenigen Wochen einziehen.
Am Donnerstag hat die Kreisverwaltung Anwohnerinnen und Anwohner über die Pläne informiert. Die Presse war dazu nicht eingeladen – die Teilnehmenden sollten offen über ihre Bedenken sprechen können, so die Begründung. „Es bleiben weiterhin viele Fragen offen“, ist das Fazit des stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Justus Lüder nach der Veranstaltung.
Welche Konsequenzenhat der Ratsbeschluss?
Offen ist auch, welche Konsequenzen der von CDU und FDP getragene Mehrheitsbeschluss des Lamspringer Gemeinderates hat, die Zustimmung der Verwaltung zur Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft zurückzunehmen, eine rechtliche Prüfung einzuleiten und die Belegung der Realschule auf 60 Flüchtlinge zu begrenzen. Auf diesen Kompromiss weisen CDU und FDP auch noch einmal ausdrücklich in einem offenen Brief an die SPD-geführte Mehrheitsgruppe des Kreistages hin, die den Ratsbeschluss kritisiert hatte.
Während die Planung für die Realschule Lamspringe also umgesetzt wird, liegen die heftig kritisierten Pläne für ein Containerdorf für bis zu 300 Menschen auf einer Fläche neben der Harsumer Molitoris-Schule auf Eis – sind aber noch nicht vom Tisch. Momentan sei zwar nicht konkret geplant, Container in Harsum aufzustellen, hatte Landrat Lynack vor einigen Tagen erklärt, als er sich ein Bild von den Bauarbeiten an der Molitoris-Sporthalle machte, die aber mit der Unterbringung von Flüchtlingen nichts zu tun haben. Grundsätzlich werde es wohl an irgendeinem Standort im Landkreis Hildesheim nötig sein, Wohncontainer aufzustellen, gab Lynack zu bedenken, vielleicht auch doch noch in Harsum – wenn nicht doch noch aus einer Stadt oder Gemeinde ein Gebäude vorgeschlagen werde, das Container-Pläne überflüssig mache. Zwischendurch war auch einmal von Containern für weitere 80 Menschen neben der Realschule in Lamspringe die Rede, darauf will die Kreisverwaltung zunächst aber auch verzichten. So wartet sie weiter auf Resonanz aus den Kommunen – und hält vorerst an der Realschule in Lamspringe fest, an einem Containerdorf in Harsum nicht. Vorerst.
