Übersicht

Gesprengte Geldautomaten: 17 der bislang 61 Tatorte liegen in der Region Hildesheim

Hildesheim - Die jüngste Detonation gab es in Bockenem, das ist aber nur einer von bislang 61 Fällen von gesprengten Geldautomaten in Niedersachsen, viele weitere Tatorte liegen nicht weit von Hildesheim entfernt. Ein Blick auf die Zahlen – und Bilder der Zerstörung.

So wie auf diesem Bild aus Salzgitter sieht es an vielen Tatorten aus, an denen Geldautomaten gesprengt werden. Einige der Tatorte liegen im Landkreis Hildesheim und in den angrenzenden Regionen. Foto: Rudi Karliczek/dpa

Hildesheim - Mal ist es eine laute Explosion, die die Anwohner aus dem Schlaf reißt, mal sind es, wie in der Nacht zu Montag in Bockenem zwei ohrenbetäubende Detonationen, die sie hochschrecken lassen. Danach splittern Glasscheiben, es fliegen Teile herum und unbekannte Täter versuchen, möglichst viel Geld einzusammeln, bevor sie ins Fluchtauto steigen und oft unerkannt entkommen. Und zurück bleiben ein verwüsteter Tatort und oft mehr Fragen als Antworten.

Auch in Bockenem ist beispielsweise zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, wie viel Beute die Täter gemacht haben. Bis Dienstagmorgen war überhaupt unklar, ob die Automaten, die sie in die Luft gesprengt hatten, überhaupt befüllt waren.

Von Apen bis Wolfsburg

Doch egal, ob Beute oder nicht – der Sachschaden ist in vielen Fällen enorm. Und die Sprengungen werden immer gefährlicher. Bis vor wenigen Jahren brachten die Banden noch Gas zur Explosion. Doch inzwischen haben die Geräte Detektoren, die Täter setzen jetzt auf Sprengstoff – das bedeutet oft Lebensgefahr auch für Anwohnende. Bei der Sprengung in Bockenem wurden die Anwohner eines angrenzenden Wohnhauses zwischenzeitlich evakuiert, weil ein Statiker erst noch prüfen musste, ob das Gebäude womöglich einsturzgefährdet ist.

Und die Fälle reißen offensichtlich nicht ab. Nur zwei Tage vor der Detonation in Bockenem knallte es in Holle (Leer). Insgesamt 60 Fälle von gesprengten Geldautomaten listet das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) für dieses Jahr bereits auf: Den ersten Fall gab es, da war das neue Jahr gerade sechs Tage jung, in Goslar. Der Fall aus Bockenem ist der bislang letzte in dieser Liste – unwahrscheinlich, dass das so bleibt.

Trauriger Rekord: Nie gab es mehr Automaten-Sprengungen

Schon jetzt ist deshalb klar: In diesem Jahr wird es einen neuen traurigen Rekord geben – nie zuvor gab es mehr Automatensprengungen. Die Zahlen haben sich seit 2015 verdoppelt: Damals verzeichnete das LKA noch 30 Sprengungen. Auch deutschlandweit gibt es laut Bundeskriminalamt „voraussichtlich einen neuen Höchststand“. Der bisherige lag 2020 bei 414 Fällen.

Beim Blick auf die 61 Fälle aus Niedersachsen fällt auf, dass einige Tatorte nicht weit entfernt von Hildesheim liegen – und sich die Zahlen in einem Landkreis häufen.

Klicken Sie in der Karte auf „Mehr erfahren“, um sich die Fälle von Automatensprengungen in der Region Hildesheim anzuschauen.



  • Hildesheim
  • Region
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.