Wann geht es weiter?

Grabung in Dammstraße beendet: Arbeiten an Hildesheims bekanntester Baustelle ruhen

Hildesheim - Archäologen und Baufirmen sind aus der Dammstraße abgezogen, die Baustelle an der historischen Brücke dort ruht – und das dürfte bis auf Weiteres so bleiben.

Vor ihrem Abzug legten die Archäologen die Brücke in der Hildesheimer Dammstraße in einem etwa 2,50 Meter langen Abschnitt in voller Breite von 7,50 Meter von Norden nach Süden frei – und gewannen unter anderem die Erkenntnis, dass das obere Pflaster abgetragen wurde. Foto: Heiko Stumpe

Hildesheim - Die Archäologen sind zwar abgezogen, auch die Bagger sind verschwunden. Doch die Gitterzäune stehen noch – schließlich fehlt in der Dammstraße nach wie vor die Fahrbahn. Und das wird auch noch einige Zeit so bleiben, wie sich jetzt abzeichnet. Denn die Baustelle rund um die historische Brücke ruht bis auf Weiteres.

Die Grabung an dem 850 Jahre alten Bauwerk ist seit Pfingsten abgeschlossen. Die Archäologen haben ihren Einsatz damit ziemlich genau zwei Jahre nach der Entdeckung des historischen Bauwerks beendet. „Unser Einsatz ist erledigt“, sagte Dr. Markus C. Blaich vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) am Dienstag der HAZ. Blaich hatte die Arbeiten wegen der besonderen Bedeutung der Brücke im Auftrag des Wissenschaftsministeriums verfolgt.

Als nächster großer Schritt steht nun der Einbau der Betonplatte an, mit der die Stadt das historische Bauwerk versiegeln lassen will – wann es dazu kommt, ist noch nicht abzusehen. Und so wird in der Dammstraße wohl bis auf Weiteres, auf jeden Fall aber in den nächsten Wochen, erst einmal nichts passieren. Das liegt zum einen daran, dass laut Blaich wichtige Berechnungen von einem Tragwerksplaner ausstehen, die für die Betonplatte nötig sind – die Stadtentwässerung (SEHi) rechnet damit frühestens Ende Mai/Anfang Juni.

Bisherige Baufirmen sind mit den Archäologen aus der Dammstraße in Hildesheim abgezogen

Zum anderen sind diese Berechnungen die Basis dafür, eine Baufirma zu finden, die die Betonplatte und danach die Fahrbahn herstellt. Denn die beiden Betriebe, die in den vergangenen zwei Jahren in der Dammstraße als Arbeitsgemeinschaft im Einsatz waren, sind wie die Archäologen von Archaeofirm vor Pfingsten abgezogen. Die Betriebe waren von der SEHi eigentlich nur für den Bau eines Kanals verpflichtet worden, erledigten dann aber aus praktischen Gründen auch die Folgearbeiten. Nun ist diese Kooperation vorbei, die Arbeitsgemeinschaft schreibt laut Blaich ihre Rechnung – diese dürfte vor allem im Rat mit Spannung erwartet werden.

Wie lange es dauert, eine Firma für die noch ausstehenden Arbeiten zu finden, ist ungewiss. Da passt es gut, dass sich NLD, Stadt und SEHi vor kurzem darauf verständigt hatten, die Gründung der Betonplatte auf der Südseite der Brücke auf eine deutlich unaufwändigere Weise als ursprünglich geplant auszuführen. „Wir sparen so bis zu sieben Wochen Zeit“, berichtet Dr. Blaich, der diese Übereinkunft der „vorzüglichen Zusammenarbeit“ auf der Baustelle zuschreibt. Die Stadt kündigte für die nächsten Tage eine Stellungnahme an.

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