Hildesheim - Noch drei Tage, dann startet „endlich“ der Hildesheimer Wedekindlauf. Endlich? „Ja, endlich!“, sage ich mir. „Denn dann habe ich es endlich hinter mich gebracht.“ Es geht um meine Challenge, die ich mir vor rund sieben Wochen gesetzt habe: die zehn Kilometer beim Wedekindlauf in unter 60 Minuten zu absolvieren. Das ist mein Ziel – und das mit nur rund sieben Wochen Vorbereitung.
Früher bin ich lange Torwart in der Fußball-Bezirksliga gewesen. 2019 habe ich aufgehört, seitdem treibe ich kaum oder nur unregelmäßig Sport.
Der Anfang war schwer
Seit Mitte März trainiere ich für mein Ziel – der Anfang war schwer. Nach einem ersten lockeren Training mit einer Laufgruppe der DJK Blau-Weiß Hildesheim, unter Anleitung von Achim Schattmann, wird mir geraten, zunächst besser einmal häufiger zu laufen, als gleich auf Schnelligkeit oder große Distanzen zu setzen. Gesagt – getan. Ich versuche, mindestens zweimal die Woche etwa 30 bis 40 Minuten zu joggen.
Im Übrigen unterstützt mich meine Kollegin Laura Pöschel (HAZ-Volontärin). Sie ist passionierte Läuferin und will mich meinem Ziel näher bringen. Gut dreieinhalb Wochen vor dem Wedekindlauf machen wir eine Bestandsaufnahme. „Wie oft läufst du denn eigentlich so zur Vorbereitung, und wie fühlst du dich danach?“, fragt mich Laura. Ich entgegne: „Ich versuche, es zweimal die Woche zu schaffen.“ Es gelingt mir nicht immer, aber ich bin recht zufrieden mit meiner Standhaftigkeit.
Ostermontag mal eben über zwölf Kilometer
Und ich erhalte weitere Tipps. Lars Hampel, selbst Läufer, der vor kurzem erst als Para-Guide Deutscher Meister geworden ist, empfiehlt mir: „Du solltest so rund eine Woche vor dem eigentlichen Rennen ruhig mal zwölf oder 13 Kilometer machen, unabhängig von der Zeit.“ Hampel meint, es wäre nicht unwichtig die Distanz „auch schon mal in den Beinen zu haben“.
Und so laufe ich am Ostermontag, bevor ich zum Landespokal-Halbfinale des VfV 06 Hildesheim fahre, mehr als zwölf Kilometer. Ich brauche rund 80 Minuten, aber ab Kilometer elf werden die Beine extrem schwer. „Siehste!“, klopfe ich mir selbst auf die Schulter, „die zehn Kilometer schaffe ich ohne große Probleme.“ Etwas blöd dabei: Ebenfalls seit Ostermontag halte ich mich von meiner Freundin fern. Sie ist erkältet, und ich will mir nicht noch einen Infekt einfangen. Ich gebe echt alles.
Ein paar Ausreden parat
Am Mittwoch mache ich mich noch einmal auf die Piste – sieben Kilometer liegen vor mir. Es soll meine letzte Einheit vor dem großen Auftritt am Sonntag sein. Boah ey, was sind die Beine schwer, denke ich mir unterwegs. Das lange Training von Montag steckt mir noch in den Knochen. Danach ist Ausruhen für Sonntag angesagt, den großen Tag – und mich mental darauf vorbereiten. Als erstes benötige ich nämlich ein paar Ausreden, falls ich mehr als eine Stunde für die zehn Kilometer benötige. Wahrscheinlich warten die Kollegen der HAZ nur darauf, da will ich gewappnet sein. Alibi Nummer eins: Die medizinische Betreuung während der Vorbereitung ist nicht ausreichend gewesen. Alibi zwei: Meine alte Torwart-Verletzung am Ellenbogen ist kurzfristig wieder aufgebrochen.
