Historische Brücke

Hildesheimer-Dammstraße: Ein Minister-Besuch an der Brücke – mit Hintergedanken

Hildesheim - Wie es künftig in der Hildesheimer Dammstraße weitergeht, steht noch nicht fest. Mit der Einladung eines Ministers, der sich die historische Brücke am Montag anschaute, verbinden die Verantwortlichen jedoch einen klaren Plan – unabhängig davon, welche Lösung es am Ende auch gibt.

Falko Mohrs (zweiter von links), Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, hat sich am Montag die Dammstraßen-Brücke in Hildesheim angeschaut. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Welche Lösung sich am Ende auch immer für die historische Brücke unter der Dammstraße empfiehlt – dass deren Umsetzung eine Menge Geld kosten wird, lässt sich bereits jetzt mit Sicherheit sagen.

Und Hildesheim hofft auf Gelder von Land und Bund, wenn es um die Umsetzung geht. In einer solchen Situation Falko Mohrs (SPD) einzuladen, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, könnte folglich hilfreich sein. Diese Idee hatte die Hildesheimerin Antonia Hillberg, Landtagsabgeordnete der SPD. Für Landesmittel zu werben, das brauche Information vor Ort: „Weil wir dann über Geld für etwas ganz Konkretes sprechen. Das macht finanzielle Verhandlungen immer leichter.“

Minister lässt sich Situation erläutern

Mohrs also kam und ließ sich Fund und Baustelle unter anderem vom Archäologen Christoph Salzmann erläutern, der den Brückenfund einen „Wendepunkt in der Stadtgeschichte“ nannte, Hildesheims OB Ingo Meyer ordnete das Ganze noch einmal stadtpolitisch ein – und verwies auf die Vorläufigkeit der bisherigen Erkenntnisse. „Wir wissen derzeit alle noch nicht, was sich neben der Brücke befindet“, sagt er, auf die derzeit noch geschlossene Seite der Fahrbahn deutend.

Laut einer Vorlage der Verwaltung müsse auf der Nordseite ein „Gründungsschacht“ entstehen und die Fahrbahn abgetragen werden. Die Brücke würde dabei aber nicht weiter freigelegt. Archäologen sollen die Arbeiten begleiten, tatsächlich schließen Fachleute auch dort Funde aus Hildesheims Vergangenheit nicht aus. Die Kosten stehen nicht fest, die reine Bauzeit veranschlagt die Stadt mit drei Monaten.

„Eine Riesenbelastung für die Bevölkerung“

In jedem Fall müsse eine Entscheidung her, so Meyer im Gespräch mit Mohrs, „wir können die Straße nicht noch fünf Jahre im jetzigen Zustand belassen, um zu überlegen, welche Lösung wir befürworten, das ist klar.“ Die Sperrung der Dammstraße nennt Meyer „eine Riesenbelastung für die Bevölkerung“. Auch Markus Blaich, als Referent für Mittelalterarchäologie und Bauforschung im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege tätig und dort stellvertretender Leiter der Abteilung Archäologie, will bei der Bauforschung aufs Gas drücken: „Die Studierenden der Technischen Universität Braunschweig, die daran beteiligt sind, haben ab Mitte Juli Semesterferien. Bis dahin muss das Projekt für sie abgeschlossen sein.“

Mohrs: „Ein Fund, den man vielleicht einmal im Leben macht“

Doch ebenso wichtig wie die technischen Vorgänge rund um die historische Brücke, wenn das Land sich an ihrer Erhaltung beteiligen soll, ist die Ebene ihrer Bedeutung. Die mag in Hildesheim längst außer Frage stehen, doch überregional? „Das ist ein Fund, den man vielleicht einmal im Leben macht“, sagte Mohrs beim Ortstermin dazu, „da kann man verstehen, dass die Stadt hochnervös ist.“ Hildesheim wäre ohne seine Historie nicht Hildesheim. Trotzdem müsse man sich zumindest so viel Zeit lassen, dass in eine Entscheidung alle Erkenntnisse einfließen könnten.

Am Ende dieses Termins, bei dem auch der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal (SPD), Andrea Döring als Stadtbaurätin, Miriam Müller von der SEHi und viele andere dabei waren, hatte man „sich in die Augen und gemeinsam in die Grube geschaut“, wie es hieß, und bei Mohrs für die historische Brücke geworben. Für Gelder, die „nicht jetzt und konkret, aber perspektivisch“ vom Land kommen könnten, wie Hillberg es formulierte.

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