Heute schon bei Joyn

Neue Serie mit TV-Stars auf Sat.1: Die Musik hat ein Hildesheimer mitkomponiert

Hildesheim/Leipzig - Nach dem Deutschen Filmpreis kam die Anfrage: Seit April vertont Felix Lopp 80 Folgen für den Vorabend auf Sat.1. Die Serie ist jetzt zu sehen und er hat neuen Respekt für das Genre gewonnen.

Stargespickt: Die Besetzung von „Die Spreewaldklinik“ bringt in der ersten Staffel Mieke Schymura, Karsten Speck, Muriel Baumeister, Daniel Buder, Sina Valeska Jung, Isabel Hinz und Richard Ciuchendea zusammen. Foto: ProSiebenSat.1 Media SE/Hardy Spitz

Hildesheim/Leipzig - In der Stadt gibt es kein Vorbeikommen an den Postern. In fast jeder Bushaltestelle blicken die Schauspieler aus der „Spreewald Klinik“ entgegen. Ab Freitag, 29. August, läuft die Vorabendserie bei Sat.1. Felix Lopp aus Wehrstedt ist zwar auf keinem Poster zu sehen, hat aber auch maßgeblich an der Produktion mitgewirkt: Der 29-Jährige hat nämlich die Musik zu den 80 Folgen mitkomponiert.

„Wir sind gerade auf der Zielgeraden“, verrät Lopp. Denn obwohl die Ausstrahlung beginnt, ist die Serie noch nicht komplett fertig. Bis Oktober, schätzt Lopp, werden seine drei Kollegen aus der Komposition und er noch mit dem Projekt beschäftigt sein. 1000 Musiken hat das Quartett komponiert, um alle Stimmungen, Charaktere und Handlungsstränge bespielen zu können. Diese gilt es dann, meist in Zweierteams, für jede Folge so zu arrangieren und gegebenenfalls umzukomponieren, dass sie auf jede Szene und sogar jede Einstellung passen. Seit April ist das Team damit beschäftigt.

Der Komponist von GSZS hat ihn angesprochen

Zu diesem Team gehört auch Christoph Rinnert. Der gebürtige Berliner ist eine Größe im deutschen Fernsehen. Von 1991 bis 2011 machte er Musik für „Gute Zeiten, schlechten Zeiten“. Während seines Kompositionsstudium war er Mentor von Lopp. „Ich habe mich super gefreut, als er mich für ,Die Spreewald Klinik’ angefragt hat“, erzählt Lopp. Er lebt mittlerweile in Leipzig, wo er auch studiert hat. Seine musikalische Ausbildung begann in Hildesheim, an der Musikschule und bei Stefan Wurz. Mit ihm arbeitet er bis heute regelmäßig zusammen, zuletzt bei „Brandnacht“ für den tfn-Jugendclub. „So habe ich immer wieder einen Bezug zur alten Heimat“, sagt Lopp erfreut. Immerhin hat er hier mit seinem Trio auch die erste Ausgabe von „hört! hört!“, dem Musik Grand Prix in der Region gewonnen.

Direkt nach dem Abitur hat er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover studiert. Nach seinem Abschluss wollte er als Jazzpianist in die Freiberuflichkeit. Dann kam Corona. Also entschied er sich für das Zweitstudium in Leipzig. „Hier habe ich mich auch mit Filmmusik beschäftigt“, erzählt er. In Halle hat er zusätzlich eine Masterclass zu Orchestration absolviert und beim Deutschen Filmpreis dann Mentor Rinnert wiedergetroffen.

Die Arbeit hat ihm neuen Respekt gegeben

Nach Jazz klingt „Die Spreewald Klinik“ aber nicht. „Wir schaffen mit der Musik einen Kontrast zwischen der dramatischen Handlung und der Natur des Spreewald“, beschreibt Lopp die Arbeit. Sprich: Streicher wechseln sich mit Gitarren. Durch seine Beteiligung hat sich auch sein Blick auf Vorabendserien verändert. „Man ist schnell dabei, sowas schlecht zu reden“, gibt er zu. Auch er sei von Vorurteilen nicht frei gewesen. Aber die Arbeit habe ihm gezeigt, wie viel Aufwand in so einer Produktion steckt, auch um Tempo mit Qualität zu vereinbaren.

Zum anderen habe er schnell gemerkt, dass „Die Spreewald Klinik“ den Anspruch habe, nicht zu wirken wie ein tägliche Soap, sondern eher wie eine Serie mit einer Folge pro Woche. Im Mittelpunkt der Serie steht Ärztin Lea, die ihre Tochter vor 20 Jahren zur Adoption freigegeben hat, und jetzt versucht, den Kontakt wiederzufinden. Unter anderem Sina-Valeska Jung aus „Alles was zählt“ oder „Verbotene Liebe“, und Muriel Baumeister, die seit den 90ern an zahlreichen Serien und Filmen fürs Fernsehen und Kino mitgewirkt hat, spielen mit.

Hier ist die Serie zu sehen

„Wie die Serie gefällt, muss jeder für sich entscheiden“, findet Lopp. Er sei froh „dieses große Schiff zum Hafen zu bringen“. Vor allem ist er froh, dass er jetzt wieder regelmäßig auftreten und auch komponieren kann. „Das ist, was ich immer wollte.“

„Die Spreewald Klinik“ läuft ab Donnerstag, 29. August, immer von montags bis freitags um 19 Uhr auf Sat.1. Die Folgen gibt’s auch beim Streaming-Dienst Joyn.

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