Ausbreitung des Coronavirus

Hildesheims Corona-Inzidenz sinkt am Freitag nochmals deutlich

Kreis Hildesheim - Der Kennwert liegt bei 22,8 – doppelte Lockerungen nächste Woche werden immer wahrscheinlicher. Sicher ist: Ab heute keine Testpflicht mehr im Einzelhandel, komplette Schulklassen ab Montag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Hildesheim ist auf einen neuen Tiefstand gefallen. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Hildesheim hat am Freitag ihre rasante Talfahrt fortgesetzt und den nächsten Jahrestiefstand erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen einen Wert von 22,8, am Donnerstag hatte er noch bei 27,9 gelegen. Es ist bereits der dritte Werktag unterhalb eines Grenzwertes von 35. Damit könnte es schon Mitte nächster Woche zu erheblich stärkeren Lockerungen kommen als ohnehin erwartet. Schon ab heute entfällt die Testpflicht im Einzelhandel komplett.

Lockerungen Montag oder Mittwoch?

Wie die Lockerungen nächste Woche genau ablaufen, ist noch nicht ganz klar.Wahrscheinlich ist aber, dass die ersten Öffnungsschritte – für die Inzidenz unter 50 – bereits ab Montag gelten.

Sicher ist nach einem verwirrenden Hin und Her am Donnerstag, dass die Schulen von Montag an wieder mit vollen Klassen unterrichten, also im sogenannten Szenario A. Zwar liegt die ab Montag gültige Verordnung auf Basis des Stufenplans, die dies vorsieht, noch gar nicht vor. Das Land hat aber erklärt: Hat ein Landkreis – wie Hildesheim – eine dauerhafte Inzidenz unter 50 schon in dieser Woche offiziell festgestellt, um die Testpflicht im Einzelhandel abzuschaffen, gilt diese Feststellung automatisch auch für Schulen und Kitas. Damit wird die Rückkehr zum Szenario A zum Automatismus.

Am Freitagmorgen erklärte Regierungssprecherin Anke Pörksen auf HAZ-Nachfrage, im Entwurf der neuen Verordnung sei vorgesehen, diese Option auch auf alle anderen Unter-50-Lockerungen auszuweiten, so dass sie am Montag in Kraft treten könnten. Endgültige Klarheit gebe es aber erst mit Veröffentlichung der neuen Verordnung am Samstag.

Was also wahrscheinlich ist: Ab Montag gelten erste deutliche Lockerungen, schon ab Mittwoch dann weitere massive. Bleibt die Inzidenz auch am Samstag und Montag unter 35, wären auch dabei bereits fünf Werktage erreicht. Zum nächsten Mittwoch könnten dann noch sehr viel weitreichendere Öffnungsschritte greifen.

Rückgang in Hannover

Auch bundesweit gingen die Inzidenzwerte am Freitag weiter zurück, wenn auch nicht ganz so deutlich wie in Hildesheim. Der nationale Mittelwert fiel von 41,0 auf 39,8. Der niedersächsische Durchschnittswert fiel von 27,9 auf 25,6.

In der Region Hannover sank die Inzidenz am Freitag erneut klar von 35,1 auf 29,5. Für die Landeshauptstadt und ihr Umland ist es der vierte Werktag unter 50. Bleibt es auch am Samstag dabei, endet am Montag die Testpflicht im Einzelhandel auch in Hannover, zudem kehren auch dort die Schulen ins Szenario A zurück. Ob auch weitere Lockerungen direkt am Montag greifen, ist unklar, Regionspräsident Hauke Jagau ließ diese Frage in einer Videobotschaft am Donnerstag offen.

Schock für Holzminden

Im Landkreis Peine fiel die Inzidenz von 35,1 auf 32,6. Es ist der dritte Werktag unter 50 und der erste unter 35, Lockerungen für Schulen und andere Bereiche sind dort also frühestens am nächsten Mittwoch möglich. Im Kreis Wolfenbüttel stieg die Inzidenz von 32,6 auf 35,9. Auch dies war der erste Werktag unter 50, die Zählung der Werktage unter 35 müsste dort aber von vorn beginnen. In Salzgitter fiel die Inzidenz von 44,1 auf 36,4, das war der zweite Werktag unter 50.

Zum Sorgenkind entwickelt sich Holzminden, das lange sehr niedrige Inzidenzen hatte. Nun stieg der Kennwert aber noch einmal von 52,5 auf 63,9, alle erhofften Lockerungen sind dort abgesagt und werden wohl erst in der übernächsten Woche möglich. Der Fall zeigt auch, dass es trotz des allgemeinen Rückgangs der Fallzahlen lokal immer wieder negative Ausreißer geben kann.

Drei Kreise unter 10,0

Fast alle anderen Nachbarn meldeten Rückgänge. In Hameln-Pyrmont fiel die Inzidenz noch einmal merklich von 21,5 auf 17,5 und damit am dritten Werktag unter 35. Goslar verzeichnete ein leichtes Minus von 28,6 auf 27,1. In Northeim stieg der Kennwert leicht von 43,1 auf 43,8.

Die bundesweit niedrigste Inzidenz hat nunmehr nun die bayerische Stadt Weiden in der Oberpfalz mit nur noch 2,3. In Niedersachsen liegen mit Cuxhaven (6,1), Friesland (8,1) und Uelzen (8,7) inzwischen drei Landkreise unter 10,0 und damit in einem Bereich, in dem der Stufenplan des Landes keinerlei Beschränkungen mehr vorsieht, wenn die Lage so bleibt. Bundesweit gilt dies für elf Landkreise unter einer Inzidenz von 10,0. Am Vortag waren es neun. Auf der anderen Seite liegen nur noch sechs deutsche Landkreise über 100.

Führungswechsel

Die höchste Inzidenz in Deutschland hat weiter die bayerische Stadt Memmingen mit 151,9. In Niedersachsen hat weiter Emden mit 84,1 den schlechtesten Wert.

Den besten Mittelwert aller Bundesländer hat jetzt wieder Mecklenburg-Vorpommern (19,3), den schlechtesten weiterhin Thüringen mit noch 56,2.

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