Ausbreitung des Coronavirus

Hildesheims Inzidenz sinkt weiter – in Bund und Land steigt sie wieder

Kreis Hildesheim - Der Kennwert für den Landkreis fällt leicht auf 1983. Trotz klaren Rückgangs in Hannover gehen die Zahlen in Niedersachsen wieder nach oben – und die Regierung fürchtet noch stärkere Anstiege.

Die Zahl der Corona-Fälle im Kreis Hildesheim ist weiter leicht rückläufig - überregional zeigt der Trend wieder in die andere Richtung. Foto: Werner Kaiser (Archiv)

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist im Landkreis Hildesheim am Dienstag ein weiteres Mal gefallen, wenn auch nur geringfügig. Sie ging von 1995 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag nunmehr auf 1983 zurück, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen meldete. Bundes- und landesweit stiegen die Zahlen dagegen wieder.

Das Hildesheimer Gesundheitsamt meldete dem RKI am Montag 303 Neuinfektionen. Dabei entfielen 301 neue Fälle auf den Montag selbst, hinzu kamen zwei Nachmeldungen für Tage davor. Zugleich fielen 337 Fälle vom Montag vergangener Woche aus der Wertung. Zudem gab es einen weiteren Todesfall: Ein 82-jähriger Mann starb an den Folgen seiner Corona-Infektion.

Probleme in Peine und Wolfenbüttel

Bundesweit stiegen die Zahlen am Dienstag nach zweimaligem Rückgang wieder minimal, und zwar von 1701 auf 1703. In Niedersachsen stieg die Inzidenz deutlicher, von 1949 auf 1998. Die Landesregierung befürchtet von der kommenden Woche an weiter steigende Inzidenzen, weil fast alle Corona-Regeln, darunter die Maskenpflicht in Innenräumen, wegfallen.

In der Region Hannover fiel die Inzidenz indes deutlich von 1954 auf 1815. In den vergangenen Tagen wurden in der Landeshauptstadt und ihrem Umland ungewöhnlich wenige neue Fälle registriert. Dagegen hat der Landkreis Wolfenbüttel nun offiziell den höchsten Corona-Kennwert in Deutschland – er stieg von 3343 auf 3695. Der Landkreis versicherte allerdings in der vergangenen Woche, die amtliche Inzidenz entspreche nicht der Realität. Im Kreis Peine stieg die offizielle Inzidenz indes wieder von 1833 auf 2182 – hier gab es viele Nachmeldungen, nachdem für Samstag und Sonntag zunächst gar keine Fälle registriert worden waren. Damit dürfte der Kennwert für Peine wieder korrekt sein.

Entwicklung bei Nachbarn

Die Entwicklung in den weiteren Hildesheimer Nachbarkreisen im Einzelnen – Landkreis Hameln-Pyrmont: 2016 statt 1935. Landkreis Holzminden: 2137 statt 2172. Landkreis Goslar: 1917 statt 1885. Landkreis Northeim: 2192 statt 2324. Stadt Salzgitter: 1673 statt 1682.

Den bundesweit höchsten Inzidenzwert weist nun wie erwähnt offiziell Wolfenbüttel auf. Den zweithöchsten Inzidenzwert hat der Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz mit 3515 statt 3428 vor Braunschweig mit 3431.

Nur vier Länder über 2000

Nachdem die Inzidenz in Sachsen-Anhalt und in Sachsen unter 2000 fiel, liegen nur noch vier Bundesländer über dieser Marke. Den höchsten Kennwert hat weiter Mecklenburg-Vorpommern (2281 statt 2367). Ganz knapp dahinter folgt das Saarland (2279 statt 2286) vor Bayern (2144 statt 2178) und Thüringen (2018 statt 2071). Derzeit fallen die Inzidenzen in den höher belasteten Bundesländern eher, während sie in den weniger stark betroffenen Ländern steigen.

Die Hospitalisierungs-Rate in Niedersachsen sank am Dienstag von 16,3 auf 15,9. Die Zahl zeigt auf, wie viele Menschen in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gekommen sind, umgerechnet auf 100.000 Einwohner.

Die Lage auf den Intensivstationen

Der Anteil der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Niedersachsen stieg am Dienstag merklich von 7,0 auf 7,5 Prozent. Im Landkreis Hildesheim wurden am Montagmorgen acht (Vortag: neun) Corona-Patienten auf einer Intensivstation behandelt. Weiterhin zwei von ihnen mussten beatmet werden.

Den höchsten Anteil an Corona-Patienten auf den Intensivstationen hat laut DIVI-Intensivregister das Saarland mit 14,9 vor Sachsen mit 13,8 sowie Bayern und Mecklenburg-Vorpommern mit je 13,7 Prozent. Diese Zahlen sind etwas gestiegen. Die niedrigste Corona-Intensivquote hat weiter Schleswig-Holstein.

Auf dem Höhepunkt der Delta-Welle im Dezember gab es in einigen Bundesländern Quoten zwischen 30 und 40 Prozent.

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