Ausbreitung des Coronavirus

Höchste Inzidenz im Kreis Hildesheim seit Beginn der Pandemie

Kreis Hildesheim - Der Kennwert steigt auf 265,0. Bundesweit gibt es so viele Neuansteckungen an einem Tag wie noch nie. Und plötzlich hat Sachsen den niedrigsten Kennwert in Deutschland.

Immer mehr zu tun in den Laboren: Die Corona-Inzidenz im Kreis Hildesheim hat ihren höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Foto: Marcel Kusch/dpa

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist am Mittwoch im Landkreis Hildesheim auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete für den Kreis am Morgen einen Wert von 265,0 Fällen in sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Am Dienstag hatte dieser Wert noch bei 220,0 gelegen. Das RKI, das andere Meldezeiträume hat als der Landkreis selbst, verzeichnete 248 Fallmeldungen an einem Tag – bei weitem die höchste jemals berichtete Zahl.

Höchstwert in Niedersachsen

Der bundesweite Anstieg der Inzidenzwerte setzte sich am Mittwoch fort. Der nationale Kennwert stieg, wenn auch erneut nicht sprunghaft, von 387,9 auf 407,5. Erstmals wurden bundesweit mehr als 80.000 Ansteckungen an einem einzigen Tag verzeichnet, nämlich 80.430. Der Anstieg verlangsamte sich damit – allerdings gingen die Zahlen vor allem im Norden und in Berlin weiter in die Höhe.

Die Inzidenz für Niedersachsen stieg ebenfalls vergleichsweise moderat, nunmehr von 322,4 auf 337,1. Das ist einmal mehr der höchste je für das Bundesland gemessene Wert. Bestätigt sich die Beobachtung, dass die Omikron-Variante sich zwar schneller ausbreitet, aber im Verhältnis zur Fallzahl weniger Menschen ins Krankenhaus müssen, relativieren sich die hohen Zahlen allerdings. Vier Bundesländer haben nunmehr niedrigere Inzidenzwerte als Niedersachsen.

Hoher Anstieg in Peine

In der Region Hannover stieg die Inzidenz wieder von 282,2 auf 292,0. In den meisten anderen Hildesheimer Nachbarkreisen stiegen die Werte am Mittwoch zum Teil deutlich, in zweien sanken sie geringfügig.

Im Einzelnen – Landkreis Peine: 310,7 statt 234,8. Landkreis Wolfenbüttel: 268,1 statt 257,2. Landkreis Hameln-Pyrmont: 226,8 statt 176,3. Landkreis Holzminden: 290,6 statt 282,0. Landkreis Goslar: 181,2 statt 182,6. Landkreis Northeim: 238,3 statt 242,1, und Stadt Salzgitter: 466,9 statt 415,0.



Die höchste Inzidenz aller Landkreise in Deutschland hat weiter der Stadtkreis Bremen, wo der Kennwert auf 1394,2 (Vortag: 1260,0) anstieg. Werte über 1000 weisen auch Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg (1164,7), Berlin-Neukölln (1160,7 statt 1114,3) sowie Lübeck (1072,1 statt 1012,8) auf. Den höchsten Inzidenzwert aller Bundesländer verzeichnet ebenfalls weiter Bremen (in diesem Fall inklusive Bremerhaven). Dort stieg die Inzidenz auf den neuen Höchstwert von 1296,8 (Vortag: 1185,1).

Rückgänge im Osten

Den zweithöchsten Inzidenzwert hat Berlin mit 856,4 (Vortag: 737,2). Es folgen Schleswig-Holstein (633,0 statt 587,3) und Hamburg (568,9 statt 581,1). Die bundesweit niedrigsten Inzidenzwerte haben nun jene Länder, die im Dezember noch die größten Krisenherde waren: Sachsen mit nur noch 239,5 statt 279,2, Sachsen-Anhalt mit 254,4 statt 274,2 und Thüringen mit 277,6 statt 323,7. In diesen Ländern dominiert die Omikron-Variante offenbar noch nicht. Auch zu Beginn der vierten Welle hatten diese Länder zunächst geringere Inzidenzwerte als viele westdeutsche Länder. Das verkehrte sich aber bald ins Gegenteil.



Die Hospitalisierungs-Rate in Niedersachsen blieb am Mittwoch wie schon am Dienstag stabil bei 4,6. Die Zahl zeigt auf, wie viele Menschen in Niedersachsen in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gekommen sind, umgerechnet auf 100.000 Einwohner. Der Höchstwert lag bei 7,6 Ende November.

Weniger Intensivpatienten

Der Anteil der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Niedersachsen sank noch einmal von 6,5 auf 6,4 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebungen Ende November. Hier betrug der bisherige Höchstwert Mitte Dezember 10,9 Prozent. Bisher war es in der Pandemie immer so, dass die Belastung der Intensivstationen mit einigen Wochen Verzögerung zu fallenden Inzidenzen sank – andererseits aber auch mit einigen Wochen Verzögerung zu steigenden Inzidenzen zunahm.

Für eine Rückkehr zur Warnstufe 1 muss die Hospitalisierungsrate fünf Werktage hintereinander bei höchstens 6,0 liegen und zusätzlich entweder der Anteil der Corona-Patienten auf Niedersachsens Intensivstationen mindestens fünf Werktage lang bei höchstens 10,0 Prozent liegen (beide Bedingungen sind derzeit erfüllt) oder aber die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis an fünf Werktagen hintereinander maximal 100 betragen. Unabhängig von all diesen Werten herrscht bis Anfang Februar landesweit im Rahmen der Weihnachts- und Neujahrsruhe die Warnstufe 3.

Blick auf die Intensivstationen anderer Bundesländer: In Sachsen lag der Anteil der Corona-Infizierten unter den Intensivpatienten laut DIVI-Intensivregister am Dienstagmorgen bei 25,6 Prozent, in Thüringen bei 25,1 Prozent und in Brandenburg bei 19,5 Prozent. Der Trend ist seit Wochen rückläufig.

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