Sturmtief

Immer mehr Regen: Hochwasserlage in Region Hildesheim verschärft sich

Kreis Hildesheim - Die Hochwasserlage in der Region Hildesheim verschärft sich. Am Donnerstagnachmittag erreichten die Pegel von Innerste und Leine bereits Meldestufe 2. Die Wasserstände steigen weiter, liegen aber noch weit entfernt von den Werten des Hochwassers von 2017.

Die Innerste am Pegel Heinde, aufgenommen am Donnerstag. Foto: Julia Moras

Kreis Hildesheim - Die Hochwasserlage in der Region Hildesheim verschärft sich: Der anhaltend starke Regen verursacht steigende Wasserpegel in den Flüssen im Landkreis. Am Donnerstagnachmittag wurde am Leine-Pegel Poppenburg bei Burgstemmen sowie am Innerste-Pegel bei Heinde Meldestufe 2 erreicht. Die Harzwasserwerke stellen sich zudem auf hohe Zuflüsse an den Talsperren ein.


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„Ein schweres Sturmtief zieht seit Donnerstag über Deutschland hinweg und bringt auch für Niedersachsen flächendeckend hochwasserrelevante Niederschläge mit sich“, sagt Bettina Dörr, Pressesprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warne vor Unwetter mit ergiebigem Dauerregen im Harz bis Samstagabend. Auch über die Weihnachtstage ist laut DWD Dauerregen im Harz wahrscheinlich und werde im restlichen Niedersachsen flächendeckend mit starkem Regen bis Anfang der kommenden Woche gerechnet.

Innerste-Pegel erreicht Meldestufe 2

Das hat Folgen: „Aufgrund des niederschlagsreichen Herbstes sind die Böden stark wassergesättigt, sodass kaum Wasser aufgenommen werden kann. Das lässt die Hochwassergefahr in den niedersächsischen Flüssen weiter ansteigen“, erläutert Dörr. Für den Fall, dass die aktuell vorhergesagten Niederschläge tatsächlich eintreffen, sei stellenweise ein großes Hochwasser zu erwarten, bei dem in den Flussgebieten mehrerer Pegel die Meldestufe 3, also die höchste Warnstufe, überschritten werde.

In der Nacht zu Donnerstag hatte die Innerste an der Messstelle in Heinde bereits Meldestufe 1 erreicht. Am frühen Abend (Stand jeweils: Donnerstag, 17.50 Uhr) stieg der Pegel dann auf 4,31 Meter und überstieg damit die Stufe 2, was Ausuferungen vor allem in Äcker und Wälder bedeutet. Zum Vergleich: Zu Zeiten des verheerenden Hochwassers im Sommer 2017 stieg die Innerste bei Heinde auf über 7 Meter an. Auch die Nette hat am Messpunkt Groß Rhüden die erste Meldestufe erreicht, liegt mit aktuell 2,30 Metern aber noch 1,61 Meter unter ihrem Höchststand im Sommer 2017.

Meldestufe 2 in Poppenburg

Bei 3,12 Metern steht aktuell der Wasserpegel der Leine am Messpunkt Poppenburg. Damit ist auch dort Meldestufe 2 erreicht. Für die Leine hat das NLWKN bereits eine Hochwasservorwarnung ausgesprochen. Entspannt ist die Lage der Lamme, die führt zwar ordentlich Wasser, hat aber am Messpunkt Bad Salzdetfurth mit einer Wasserhöhe von derzeit 2,51 Metern keine Meldestufe erreicht.

Bis zum Weihnachtswochenende kann sich die Lage weiter zuspitzen. Denn nach NLWKN-Angaben sind weitere große Regenmengen vorhergesagt, wie es in der aktuellen Warnmeldung heißt: „Nach aktuellem Kenntnisstand ist mit einer Verschärfung der Hochwasserlage zu rechnen.“

Website teilweise nicht erreichbar

Dörr appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, die Situation selbst im Blick zu behalten. Sie verweist auf die Smartphone-App „Pegelstände Niedersachsen“ vom NLWKN. Außerdem kann man sich unter www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de online informieren. Am Donnerstagnachmittag haben aber offenbar so viele Menschen davon Gebrauch gemacht, dass die Website zeitweise nicht oder nur eingeschränkt verfügbar war.

Von Ulrike Kohrs und Sebastian Knoppik

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