Himmelsthür - Lange lebte Andriko Smolinski den Traum vieler Jungen – er war auf dem Weg zum Fußballprofi. Er spielte im Nachwuchs des FC Schalke 04, war sogar Junioren-Nationalspieler. Doch der große Durchbruch gelang nicht. Viele Faktoren und Umstände haben eine Rolle gespielt.
Mittlerweile ist der 23-jährige wieder zurück in der Heimat, in Hildesheim. Er lebe nun einen weiteren Kindheitstraum, wie er sagt. „Ich habe mit zehn, elf oder zwölf Jahren immer gesagt: wie cool wäre es, so etwas wie die Hilsoccer-Arena zu besitzen?“ Seit 1. Januar 2024 ist dieser Traum Wirklichkeit, denn er hat gemeinsam mit seinem Bruder Yannick die Geschäfte von Ex-Fußballer Jose Ruiz-Macho übernommen.
Neuer Darts-Bereich
Die Smolinskis haben das Konzept erweitert. Wenn man die Räumlichkeiten betritt, dann wartet zwar zunächst der Empfang, doch schon, wenn man um die Ecke schaut, hat sich einiges verändert. Das große Fußballtor am Ende des Raumes ist verschwunden, ebenso der Fernseher. Stattdessen erblickt man einen Durchgang. „Da hinten ist unser neuer Darts-Bereich“, verrät Andriko Smolinski. Fünf Steel-Dart-Scheiben und vier Soft-Dart-Automaten stehen dort. Alles bestens ausgestattet mit Monitoren und Tablets, fast wie bei den Profis. „Für Darts hatte ich schon immer ein Faible“, sagt der Ex-Profi.
Jetzt kommen neben Fußballern auch Darts-Vereine in die Hilsoccer-Arena zum Training oder Punktspielen. Zudem haben die Geschäftsführer eine Turnierserie ins Leben gerufen, gespielt wird jeweils mittwochs. „Das hat sich schnell herumgesprochen. Wir hatten schon über 40 Anmeldungen, mussten uns aber auf 32 Teilnehmer begrenzen“, erklärt Andriko Smolinski. Er selbst spielt meist auch mit, aber die Konkurrenz ist gut. Bekannte Gesichter aus der Hildesheimer Darts-Szene wie Finn Chudziak, Anton Salge, Marcel Erba oder Patrick Emmerich machen die Führung aktuell unter sich aus.
Geschmückt mit den Trikots der Stars
Geschmückt sind die Räumlichkeiten mit Trikots von Darts-Profis wie Michael van Gerwen, Michael Smith oder Gerwyn Price. Das Trikot von Gerwyn Price ist sogar an Andriko adressiert. „Das habe ich bei einer Auktion erworben“, sagt er. „Price zählt zu meinen Lieblingsspielern.“ Neben den Teams und der Turnierserie hat Hilsoccer im März noch eine weitere Darts-Attraktion geplant. Eine so genannte Darts-Exhibition mit den Profis Steve Beaton, Ryan Searle und Ian White. „Dafür sind wir schon fast ausverkauft“, freut sich Smolinski.
Wenn man die Treppen hinunter zu den Soccer-Plätzen geht, dann sieht man weitere Trikots an den Wänden – unter anderem von Phil Foden, Jadon Sancho, Malick Thiaw oder Josip Stanisic – allesamt Fußballprofis, die mittlerweile in den höchsten europäischen Ligen spielen. „Entweder habe ich gegen sie oder mit ihnen gespielt“, sagt Smolinski. „Das sind natürlich schöne Erinnerungen.“ Die Soccer-Courts haben sich nicht verändert – es gibt weiterhin zwei große Plätze und ein kleineres Feld sowie einen Basketball-Court. „Die Banden-Werbungen sind fast komplett neu“, erläutert Smolinski.
Fußballplätze, Trainings und Camps
Die Vermietung der Fußballplätze, die Ausrichtung eigener Fußball-Camps sowie Individual- und Fördertrainings machen den Hauptteil des Geschäftes aus. „Ich stehe unglaublich viele Stunden selbst auf dem Platz“, sagt Andriko Smolinski. „Aber ich genieße es, es macht einfach Spaß.“ Seinen Trainerjob bei Hannover 96 hat er aufgegeben – vermissen tut er ihn nur bedingt: „Ich war immer Mannschaftssportler, vielleicht fehlt mir dieser Aspekt, weil in den Camps und Trainings die individuelle Entwicklung im Vordergrund steht, aber ich bereue die Entscheidung keineswegs.“
Etwas versteckt gibt es auch weiterhin zwei Squash-Plätze. Hier haben die Brüder bisher am wenigsten gemacht: „Das nehmen wir in Zukunft in Angriff. Alles auf einmal geht eben auch nicht.“ Rund 30.000 Euro haben erste Baumaßnahmen an Investitionen verschlungen – obendrein kamen noch die Kosten für den Kauf der Gebäude und des Inventars. „Das erste Mal haben wir 2022 darüber gesprochen, ob wir die Hilsoccer-Arena übernehmen“, verrät Andriko Smolinski. Er betreibt das Geschäft, Bruder Yannick ist hauptberuflich weiter in der Logistik bei Schenker tätig, kümmert sich aber um viele Bereiche wie Gastronomie und Finanzen, ebenso wie Vater Peter. „Es ist ein bisschen ein Familienbetrieb, jeder packt mit an“, freut sich Andriko Smolinski – und lebt damit einen weiteren Kindheitstraum.

