Verkehr

In Itzum bewegt sich was beim Thema Verkehr: Scharfe Ecke soll sicherer werden

Hildesheim - Damit hat der Ortrat Itzum-Marienburg wohl nicht gerechnet: Stadtbaurätin Andrea Döring macht den Weg frei für mehr Sicherheit im Bereich der Scharfen Ecke. Welche Vorschläge der Ortsrat noch hat, um seine Ziele dazu voranzubringen. (mit Kommentar)

Ortsrat will farbige Markierungen für die Scharfe Ecke, damit der Radweg besser zu sehen ist. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Damit haben die Ortsratpolitiker in Itzum wohl nicht mehr gerechnet: Beim Thema Verkehrsrisiken an der Scharfen Ecke hat nun Stadtbaurätin Andrea Döring für eine überraschende Wendung gesorgt. Bislang stand das Thema als Dauerbrenner auf jeder Ortsratssitzung und stieß auf Ablehnung bei der Stadtverwaltung. Nun hat Döring vorgeschlagen, wie der sprichwörtliche Gordische Knoten – oder besser Itzumer Knoten – durchschlagen werden könnte. Durch einen Beschluss des Ortsrates, auf den die Stadt unkonventionell reagieren könnte.

Worum es dort geht: Von der Scharfen Ecke geht die Itzumer Hauptstraße ab, die müssen unter anderem die Grundschüler passieren, die den sogenannten Zickzackweg wählen, um in Richtung Tossumer Weg oder Domäne Marienburg von der Schule nach Hause zu gehen. Aus Sicht der Ortsratsmitglieder und vor allem der Eltern ist das eine riskante oder sogar gefährliche Passage, weil die Verkehrssituation dort sehr unübersichtlich sei.

Bisher immer Ablehnung

Nein – so hat die Verwaltung stets gekontert. Das ist auch die Haltung der sogenannte Kleinen Verkehrskommission, die Maßnahmen zur Verbesserung bisher stets abgelehnt hatte. Was die Ortsratsmitglieder regelmäßig auf die Zinne brachte. Auch in der jüngsten Sitzung des Gremiums wiederholte Döring zunächst die Rechtslage: „Es ist dort nicht gefährlicher als woanders in der Stadt.“ Oder anders formuliert: Wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten würden, kann dort auch nichts passieren. Ergo: Es gibt keine Gefahr.

Doch, kontert Ortsratsmitlied Frank Wodsack (CDU) und führt zwei schwere Unfälle an, die nachträglich zu einer Maßnahme an der Einfahrt zum Sportplatz des SC Itzum geführt haben. „Muss erst an der Scharfen Ecke etwas passieren, bevor Sie handeln?“, fragt er die Stadtbaurätin provokativ.

Neuer Vorschlag von Andrea Döring

Döring hört sich geduldig alle Einwendungen, Vorschläge und die harsche Kritik an. Dann schlägt sie vor, mit etwas Abstand zur Scharfen Ecke in der Itzumer Hauptstraße eine Verkehrsinsel einzurichten, um die Passage zu erleichtern. Sie weist aber auch daraufhin, dass es durch die Bushaltestelle dort immer wieder zu kleineren Staus kommen könnte, weil die Straße nicht breit genug ist.

Und sie geht noch einen Schritt weiter: Weil der Zickzackweg zu weit weg von der vorgeschlagenen Querung endet, könnte dort eine Treppe als Abkürzung errichtet werden. Sie betont aber ausdrücklich, dass es sich dabei um eine freiwillige Verkehrsraumgestaltung handele – nicht um eine Gefahrensituation, auf die die Stadt reagieren muss. Um so etwas auf den Weg zu bringen, müsse der Ortsrat nur noch einen Beschluss fassen.

Weitere Vorschläge

Die Mitglieder des Gremiums können ihr Glück gar nicht so schnell fassen und greifen nach dem „kleinen Finger“, um möglichst die ganze Hand zu bekommen: Wie wäre es denn mit einer roten Fahrbahnmarkierung für die Radfahrer an der Scharfen Ecke? Und gleich noch am Hansering und am Spandauer Weg? Auch für die Passage vom Tossumer Weg auf die andere Seite fehle eine Querungshilfe, schlagen Rüdiger Bückmann und Hanna Snakker (beide Bündnis 90/Die Grünen) vor. Doch dafür sei der Kreis zuständig, wehrt Döring gleich ab. SPD-Mann René Laske schlägt vor, den Zickzackweg bei schlechten Witterungsverhältnissen räumen zu lassen und besser zu beleuchten.

Ortsbürgermeisterin Beate König stoppt schließlich den Vorschlagsschwall und bündelt die Ideen. Als erstes solle die rote Markierung auf den Weg gebracht werden. Dazu fällt der Beschluss des Ortsrates einstimmig. Die anderen Ideen, auch der Vorschlag von Döring zu einer Querungshilfe, bleiben damit vorerst außen vor. Spätestens aber wahrscheinlich nur bis zur nächsten Ortsratssitzung am Dienstag, 6. Februar. Bis dahin dürften die Antwort der Stadt auf den Beschluss vorliegen – und weitere Anträge des Ortsrates zur Verkehrssicherheit in Itzum.

Die Gelegenheit ist günstig, schließlich will die Stadt ein Mobilitätskonzept für den Süden Hildesheims auf den Weg bringen.


Kommentar: Endlich: Verwaltung zeigt sich flexibel – sie muss nur noch liefern

Gute Nachrichten aus dem Rathaus für Itzum – zumindest beim Thema Verkehr. Für die unübersichtliche Situation vor allem für Schulkinder und Radler an der Scharfen Ecke zeichnet sich nun eine unkonventionelle Lösung ab, die Stadtbaurätin Andrea Döring auf den Weg gebracht hat. Sie hat sich bislang eher eng an den Vorschriften des Gesetzgebers orientiert, wenn ein Ortsrat seine Wünsche zum Thema Sicherheit angemeldet hat. Nun signalisiert sie, dass sich die städtische Verkehrsbehörde auch auf lokale Wünsche einlassen kann – solange die finanziell den Bogen nicht überspannen. In Itzum kann Döring nun zeigen, wie flexibel Bürokratie in Hildesheim sein kann. Das kann ein gutes Signal auch für die anderen Ortsräte im Stadtgebiet werden. Nun muss nur noch die Verwaltung liefern.

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