Kreis Hildesheim - Die sogenannte Corona-Notbremse mit deutlich verschärften Regeln in vielen Lebensbereichen ist am Freitag im Landkreis Hildesheim in Kraft getreten. Allerdings wächst die Hoffnung, dass die neuen Beschränkungen nicht lange bleiben: Am Freitag fiel die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis erstmals nach vier Tagen wieder unter die kritische Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Und jüngste Zahlen lassen es realistisch erscheinen, dass diese Tendenz von Dauer ist.
Weit weniger neue Fälle
Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnete am Freitagmorgen für den Kreis Hildesheim einen Wert von 91,7. Das war wie schon am Donnerstag ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vortag, als der Wert bei 102,2 gelegen hatte. Die positive Entwicklung hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angebahnt: Von Montag bis Donnerstag vergangener Woche hatte das Kreis-Gesundheitsamt noch insgesamt 166 Neuinfektionen gemeldet, von Montag bis Donnerstag dieser Woche waren es nur noch 118. Zwar passen die Daten von Landkreis und RKI wegen unterschiedlicher Meldezeitpunkte oft nicht exakt zusammen, aber die Tendenz hat sich verstetigt: Bisher war an jedem Tag dieser Woche die Zahl der neuen Fälle niedriger als am gleichen Tag der Vorwoche, das Sinken der Inzidenz ist daher folgerichtig.
Lesen Sie auch: Notbremse: Diese Regeln gelten ab Freitag im Kreis Hildesheim
Damit die Notbremse wieder außer Kraft tritt, muss die Inzidenz an fünf Werktagen nach Inkrafttreten der Maßnahmen in Folge unter 100 liegen. Sonn-und Feiertage werden nach den neuen Bundesregeln nicht mitgezählt, egal ob sie über oder unter 100 liegen. Ärgerlich aus Landkreis-Sicht: Der Samstag zählt normalerweise mit – dieser Samstag ist allerdings der 1. Mai und damit ein Feiertag, er wird folglich nicht berücksichtigt. Der kürzeste Weg aus der Notbremse heraus demnach: Wenn von Montag bis Freitag die Inzidenz unter 100 liegt, gelten ab Sonntag kommender Woche wieder die Regeln von vor Einführung der Notbremse.
Den Gipfel überschritten?
Auch die allgemeine Entwicklung gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus: Bundesweit ging die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des RKI ebenfalls leicht zurück, von 154,9 auf 153,4. In drei Tagen ist sie damit um knapp 15 Punkte gefallen. Mehrere Forscherinnen und Forscher äußerten sich am Donnerstagabend bei einer Anhörung im Corona-Begleitgremium des Bundestages zuversichtlich, dass die Zahlen nicht mehr steigen, sondern eher merklich weiter fallen werden. Als wesentlichen Grund nannten sie den Fortschritt beim Impfen. Im Landkreis Hildesheim zum Beispiel ist inzwischen gut jeder vierte Einwohner mindestens einmal geimpft, gut sechs Prozent doppelt.
Für Niedersachsen stieg der Inzidenzwert indes wieder ganz leicht an, von 104,8 auf 106,7. Das dürfte vor allem an der der Region Hannover liegen, dort gab es wieder einen deutlichen Anstieg von 124,0 auf 145,6. Im Kreis Peine stieg der Kennwert ebenfalls leicht von 137,2 auf 141,7. Dagegen setzte sich der zuletzt positive Trend in Salzgitter fort, wenn auch auf hohem Niveau. Die Inzidenz fiel von 245,1 auf 236,8.
Der Landkreis Wolfenbüttel hingegen darf die Corona-Notbremse jetzt wieder lösen.
Extra-Impfstoff für Kreis Peine
Der Landkreis Peine und die Stadt Salzgitter bekommen vom Land Niedersachsen aufgrund der hohen Inzidenzwerte dort kurzfristig zusätzlichen Impfstoff geliefert: Peine erhält außer der Reihe 5000 Dosen des Präparats von Johnson&Johnson, Salzgitter 3800. Bei diesem Mittel genügt bereits eine Impfung.
„Ziel ist es, die Menschen in diesen von der Pandemie besonders betroffenen Regionen noch schneller als bislang mit Impfungen zu versorgen und den Schutz der Bevölkerung kurzfristig zu erhöhen“, erklärte dazu Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Außer Peine und Salzgitter erhalten auch Wolfsburg, Delmenhorst und Vechta und Impfstoff aus dieser Extra-Lieferung.
Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, Die Notbremse könne im besten Fall bereits am Samstag nächster Woche wieder aufgehoben werden. Das hatte der Landkreis zunächst auch bestätigt, nach nochmaliger Prüfung der genauen Gesetzes-Formulierungen aber korrigiert: Sonntag ist der früheste mögliche Tag.
