Kampf gegen das Coronavirus

Jeder Zweite im Kreis Hildesheim ist mindestens einmal gegen Corona geimpft

Kreis Hildesheim - Die Hälfte der Bevölkerung hat die erste Dosis erhalten, ein knappes Viertel die zweite – doch die Kampagne stockt, viele Priorisierte stecken auf Wartelisten fest.

So viele Spritzen: Im Landkreis Hildesheim ist inzwischen die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Die Hälfte der Bevölkerung des Landkreises Hildesheim ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, knapp ein Viertel hat bereits die zweite Dosis erhalten. Das geht aus Zahlen hervor, die der Landkreis Hildesheim am Donnerstagabend veröffentlicht hat.

Demnach lag die Quote für Erstimpfungen am Mittwochabend – die Daten werden immer einen Tag verzögert publiziert – exakt bei 49,96. Genau 137.750 Bürgerinnen und Bürger hatten demnach ihre Erstimpfung absolviert.

Betriebsärzte fehlen

Allerdings fließen die Impfungen bei Betriebs- und Privatärzten, die am Montag auch im Landkreis Hildesheim begonnen haben, noch nicht in die Statistik ein. Die Verantwortlichen haben noch immer keinen Weg gefunden, diese Zahlen an den Landkreis zu melden und in dessen Übersicht zu integrieren. Das gilt unter anderem für die ersten 200 Impfungen bei Bosch am Mittwoch und die ersten 30 bei KSM Castings am Donnerstag.

Der Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises, die bereits doppelt geimpft sind, liegt demnach inzwischen bei 23,0. Dazu werden auch diejenigen gezählt, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson immunisiert werden, bei dem nur eine Dosis erforderlich ist. Die Quote der Zweitimpfungen war allein am Mittwoch um 1,5 Prozentpunkte angestiegen, nachdem es in den Arztpraxen 3397 Zweitimpfungen gab – bei weitem der bislang höchste Tageswert.

Vielmehr Zweitimpfungen

Viele Praxen im Landkreis haben sich aus organisatorischen Gründen auf den Mittwoch als Impftag festgelegt, er ist in der Regel der Wochentag mit den meisten Impfungen bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten.

Anhand der Zahlen wird auch deutlich, dass es derzeit in Impfzentren wie Arztpraxen deutlich mehr Zweit- als Erstimpfungen gibt, weil für letztere seit Wochen nur begrenzte Impfstoff-Mengen zur Verfügung stehen. In Zahlen: Von Montag bis Mittwoch gab es in den Impfzentren in Hildesheim und Alfeld 257 Erst-, aber 2162 Zweitimpfungen. In den Praxen waren es im gleichen Zeitraum 2268 Erst- und 5629 Zweitimpfungen.

Knappheit bleibt noch

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Praxen inzwischen mehr Impfstoff bekommen als die Impfzentren – und dass die meisten Impfungen in den Einrichtungen in der Regel am Wochenende erfolgen. Seit Monatsbeginn stieg die Quote der Erstimpfungen auf 2,6 Prozentpunkte, die der Zweitimpfungen um 5,9.



Auch in der nächsten Woche sollen die Impfstoff-Lieferungen des Bundes insbesondere für Erstimpfungen noch ähnlich knapp wie in dieser Woche ausfallen. Für die letzte Juniwoche hoffen insbesondere die Arztpraxen wieder auf einen Anstieg der zur Verfügung stehenden Menge.

Lange Wartelisten

Zumal noch immer viele Menschen auf den Wartelisten stehen, die zu einer der drei Priorisierungsgruppen gehören. Auf den Wartelisten der Impfzentren in Hildesheim und Alfeld standen am Donnerstag 23.398 Einwohnerinnen und Einwohner – bei zuletzt rund 2500 Erstimpfungen pro Woche in den Einrichtungen dürfte es noch dauern, bis sie abgearbeitet sind.



Unterdessen weisen Medizinerinnen und Mediziner aufgrund vielfacher Nachfragen von Patientinnen und Patienten darauf hin, dass die sogenannte Kreuzimpfung von Astrazeneca und Biontech keine Wunschoption ist. Immer wieder fragen mit Astrazeneca Geimpfte, ob sie mit der zweiten Dosis nicht Biontech bekommen können.

Fragen nach Kreuzimpfung

Vorgesehen ist das aber nur für Personen unter 60 Jahren, die mit Astrazeneca geimpft wurden, bevor die Stiko-Empfehlung dafür auf Menschen ab 60 Jahren geändert wurde. Sie sollen die zweite Dosis standardmäßig mit Biontech erhalten.

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