Hildesheim - Je heißer die Tage werden, umso wichtiger ist es, ausreichend Wasser zu trinken. Etwa an öffentlichen Trinkbrunnen, wie viele Kommunen sie in der Innenstadt aufstellen – und laut Wasserhaushaltsgesetz auch aufstellen müssen. Denn so soll allen Bürgern ein kostenloser Zugang zu Trinkwasser ermöglicht und gleichzeitig ein Beitrag zur Reduzierung von Plastikmüll und CO2-Emissionen geleistet werden.
In der Hildesheimer Innenstadt gibt es solche öffentlichen Brunnen bereits in der Scheelenstraße sowie am Angoulêmeplatz. Letzterer wurde im vergangenen Jahr installiert. Und wird seitdem gut angenommen, wie Quartiersmanager Jens Dunemann sagt, der sein Büro im Puls hat: „Ich beobachte das manchmal von meinem Arbeitsplatz aus“, sagt er. „In diesen heißen Tagen wird der Brunnen eigentlich ständig genutzt, von Schulkindern, die hier stehenbleiben, aber auch von vielen anderen Leuten.“ Sie trinken direkt von dem sprudelnden Strahl, füllen Wasserflaschen auf, waschen sich die Hände oder machen sich zur Abkühlung die Haare nass.
In der Scheelenstraße hat eine Spende den Kauf ermöglicht
Auch Eckhard Homeister von der städtischen Wirtschaftsförderung, der mit Kollegin Wiebke Wrede-Olberg die gesamte Neugestaltung des Platzes vorangetrieben hat, hält den Trinkbrunnen für ein wichtiges Element. „Er ist durch seine Gestaltung und die Platzierung vor den Blumenbeeten gut sichtbar“, meint Homeister, „eigentlich besser als der in der Scheelenstraße.“ Für die Neugestaltung des Platzes mit einer Größe von 8200 Quadratmetern hatte die Stadt 50.000 Euro aus EU-Fördermitteln locker gemacht.
Die Aufstellung des Trinkbrunnens in der Scheelenstraße hat 2023 der Lions Club Hildesheim-Rose initiiert – mit dem Angebot an die Stadt, 8000 Euro dafür zu spenden. Nun können die Menschen hier von Frühjahr bis Herbst kostenlos ihren Durst stillen. Und die Spendensumme markiert tatsächlich auch den ungefähren unteren Investitionsrahmen für das Aufstellen eines öffentlichen Trinkbrunnens: Je nach Ausgestaltung liegen die Kosten inklusive Installation zwischen 8000 und 15.000 Euro. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Unterhaltung und Überwachung der Anlagen.
Versorgungsnetz von über 400 Kilometern Länge
Das Trinkwasser, das die EVI ins Versorgungsgebiet der Stadt Hildesheim liefert, ist nach eigenen Angaben des Unternehmens ein „Harzwassermix, der aus der Sösetalsperre und der Granetalsperre im Harz bezogen wird“. Hierzu betreibt die EVI ein Versorgungsnetz mit einer Länge von über 400 Kilometern und fünf Trinkwasserhochbehältern. Der größte Behälter hat ein Fassungsvermögen von 10.000 Kubikmetern. In der Leitstelle des Versorgers werden die Netze der Trinkwasserversorgung rund um die Uhr überwacht.
Zu den Vorreitern in Hildesheim, was öffentliche Trinkwasserspender angeht, gehört das Bistum. Im Foyer von Dom und Dommuseum wurde bereits 2017 die erste Hildesheimer sogenannte Refill-Station für Trinkwasser aufgebaut: eine Zapfstelle, an der jeder seine eigenen Trinkflaschen mit Leitungswasser auffüllen kann. Schon damals war der Gedanke hinter dem mittlerweile bundesweit verbreiteten Prinzip: Wer seine mitgebrachte Trinkflasche selbst auffüllt, kauft unterwegs weniger Plastikflaschen und vermeidet so Müll.
Eine Idee, die ursprünglich die Engländer hatten
Die Idee zur Aktion kommt aus England, doch auch in Deutschland gibt es inzwischen bereits mehr als 6150 solcher Stationen und öffentlicher Trinkbrunnen. In Hildesheim haben sich nach dem Dom noch weitere Einrichtungen der Idee angeschlossen, unter anderem die Martin-Luther-Gemeinde in der Nordstadt, die Geschäftsstelle des Nabu in der Braunschweiger Straße und weitere. Eine Karte mit allen Stationen gibt es hier.
Ärzte empfehlen, während einer Hitzewelle zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag aufzunehmen, auch unterwegs. Am besten eignen sich laut Experten Wasser, gekühlte Tees ohne Zuckerzusatz und Saftschorlen. Als Faustformel gilt: am besten stündlich ein Glas – selbst wenn man keinen Durst hat. Das Schwitzen führt zu erheblichem Wasserverlust unseres Körpers, und da das Durstgefühl erst einsetzt, wenn der Körper bereits viel Flüssigkeit verloren hat, es ist wichtig, vorzubeugen.
