Corona-Eindämmung

Himmelfahrtstag: Landkreis Hildesheim erlässt strikte Verbote

Kreis Hildesheim - Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln gelten ohnehin – aus Sorge vor Neuinfektionen verhängt der Kreis für den Himmelfahrtstag zusätzlich Alkohol- und Betretungsverbote.

Vatertagseinsatz am Hildesheimer Hohnensee im Jahr 2018: In diesem Bereich gelten am Donnerstag nicht nur die generellen Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln, sondern auch ein absolutes Alkoholverbot. Foto: HAZ-Archiv/Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Ausgelassene Bollerwagentouren in großen Gruppen und Picknicks mit Bier und anderen alkoholischen Getränken – was am Himmelfahrtstag für zahlreiche Menschen zur Tradition geworden ist, soll es in diesem Jahr in Stadt und Landkreis Hildesheim wegen der Corona-Pandemie nicht geben.

Zum einen gelten weiterhin die Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungsverbote des Landes – der Landkreis Hildesheim geht nun aber noch einen Schritt weiter: In diversen Bereichen in der Region gilt für den gesamten Donnerstag ein generelles Alkoholverbot. Darüber hinaus ist das Betreten einiger öffentlicher Flächen komplett verboten. Auch der Landkreis Peine hatte am Montag bereits auf bestehende Verbote hingewiesen.

Polizei will „deutlich Präsenz“ zeigen

Die entsprechende Allgemeinverfügung hat die Kreisverwaltung nach Abstimmung mit den Städten und Gemeinden sowie der Polizei am Dienstag erlassen. Hildesheims Polizeichef Uwe Ippensen hatte bereits vor gut zwei Wochen im Kreistags-Ausschuss für Sicherheit und Ordnung weitreichende Beschränkungen und Betretungsverbote gefordert. Auch wenn die nun verhängten Verbote vom Umfang nicht an seine Vorschläge heranreichen, zeigt sich Ippensen zufrieden mit den Vatertagsregeln. Die Polizei werde am Himmelfahrtstag in Stadt und Landkreis „deutlich Präsenz“ zeigen, um die Bestimmungen zu kontrollieren und durchzusetzen, kündigt er an.

Im Hildesheimer Rathaus stellt man sich auf gemeinsame Kontrollen des Stadtordnungsdienstes mit der Polizei ein, teilt Stadtsprecher Helge Miethe mit. Die kurze schriftliche Stellungnahme liest sich aber betont unaufgeregt, man bereite sich „wie gehabt“ auf die Einsätze an Himmelfahrt vor.

So begründet der Landkreis die Zusatzverbote

Der Landkreis begründet die extra für Donnerstag verhängten Zusatzverbote damit, dass man die positive Entwicklung bei der Eindämmung der Corona-Infektionen nicht gefährden wolle. „Kontaktbeschränkungen sind der wesentliche Grund für den deutlichen Rückgang der Neuinfektionen in den letzten Wochen. Die bisher erfolgten und weiter geplanten Lockerungen werden dadurch überhaupt erst möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Da viele Menschen den Himmelfahrtstag mit „übermäßigem Alkoholkonsum“ verbänden, wolle man durch das strikte Verbot auf zahlreichen Plätzen und in Parks das Risiko neuer Infektionsketten minimieren. Denn, so die Begründung der Kreisverwaltung: „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Personen im alkoholisierten Zustand Gebote und Verbote häufig missachten.“

In diesen Bereichen ist es am Donnerstag ganztägig verboten, Alkohol zu trinken

In der Stadt Hildesheim rund um den Hohnsensee, im Ernst-Ehrlicher-Park, auf dem Rad- und Gehweg an der Innerste zwischen Mastbergstraße und der Domäne Marienburg, in der Sedanstraße, in der Steingrube, am Müggelsee, an der Dreibogenbrücke, auf der Jahnswiese sowie im gesamten Bereich rund um die Tonkuhle und entlang der Greifswalder Straße.

In der Stadt Sarstedt gilt das Alkoholverbot am Giftener See zwischen der Giebelstiegstraße im Norden und dem Jeinser Weg im Süden, zwischen den beiden Bahntrassen sowie im Bereich um den angrenzenden kleinen See westlich des Aussichtspunkts.

Außerdem ist am Himmelfahrtstag das Betreten folgender öffentlicher Bereiche komplett verboten:

Im Gebiet der Stadt Alfeld gilt das Verbot für den Himmelbergturm sowie den Plateaubereich um diesen herum.

Im Gebiet der Gemeinde Holle gilt das Verbot für den Bereich oberhalb der Burg: Wohldenberger Turm, die umlaufende Wiesenfläche, den Pfarrgarten vor dem Pfarrhaus, die Bastei (der Zugang zur Hubertuskirche bleibt frei).

Im Gebiet der Stadt Bockenem gilt das Verbot für die öffentlichen Parkflächen an der B 243 beim Restaurant „Am Weinberg“.

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