Nur mit Impfstoff von Biontech

Land bessert nach: Corona-Impfung auch für gefährdete 16- und 17-Jährige möglich

Hildesheim/Hannover - Zuerst hieß es aus dem Gesundheitsministerium, Minderjährige könnten nicht geimpft werden – nun korrigiert das Land die Linie. Lag die Ablehnung an purer Unwissenheit?

Der Biontech-Impfstoff soll künftig auch für 16- und 17-Jährige aus der zweiten Prioritätsstufe genutzt werden. Foto: Sven Hoppe/dpa

Hildesheim/Hannover - Das Land korrigiert und erweitert den Personenkreis der Impfberechtigten: Wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums gegenüber der HAZ bestätigt, ist geplant, auch 16- und 17-Jährigen eine Impfung gegen das Coronavirus zu ermöglichen, sofern sie aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen in die zweithöchste Priorität einzustufen sind. „Die technischen Voraussetzungen für eine Terminvergabe werden in Kürze geschaffen sein“, heißt es aus dem Ministerium.



Dass das Land nun die Zugangsbeschränkungen zu den Schutzimpfungen korrigieren musste, hat offensichtlich damit zu tun, dass bei den Verantwortlichen zuvor schlicht nicht bekannt war, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für den Einsatz bei 16- und 17-Jährigen zugelassen ist und diese Altersgruppe deswegen unabhängig von den gesundheitlichen Gründen kategorisch von der Vergabe von Imfpterminen ausgeschlossen war. So hatte das Hildesheimer Ehepaar Malte und Stefanie Weismann sich verzweifelt bemüht, für seinen 16 Jahre alten Sohn Tom einen Impftermin zu bekommen oder ihn zumindest auf die Warteliste setzen zu lassen, war damit aber gescheitert.

Erfreuliche Info für Hildesheimer Familie

Auf eine erste Nachfrage der HAZ im Ministerium hatte dessen Sprecherin noch bekräftigt, dass dieses Vorgehen richtig sei – erst auf erneuten Hinweis, dass das Land Baden-Württemberg bereits seit 9. März 16- und 17-Jährige aus der Priorität 2 mit Biontech impfe, korrigierte das Land seine Haltung und teilte nun am Mittwochabend mit: „Die Zulassung von Biontech lässt Impfungen ab 16 Jahre zu.“


Lesen Sie auch: Kaum zu fassen: Land mit großer Wissenslücke bei Impfkampagne – ein Kommentar von HAZ-Redakteur Jan Fuhrhop


Für Stefanie Weismann und ihre Familie ist diese Nachricht besonders erfreulich: „Ich habe nach der Info zum ersten Mal seit langer Zeit wieder durchgeschlafen.“

  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.