Einwanderung

Landkreis Hildesheim prüft mögliche Container-Unterkunft für Flüchtlinge in der Gemeinde Giesen

Emmerke - Der Landkreis Hildesheim muss weitere geflüchtete Menschen in der Region unterbringen. Nun wird geprüft, einige von ihnen in einem Gewerbegebiet der Gemeinde Giesen einzuquartieren.

Einwanderer und Einwanderinnen könnten in Zukunft auf einem großen Firmengelände an der B 1 in Emmerke leben. Dies ist aber noch nicht entschieden. Foto: Alexander Raths

Emmerke - Der Landkreis Hildesheim sucht weiter nach Standorten, um geflüchtete Menschen in der Region unterzubringen. In den Fokus rückt dabei jetzt auch das Gewerbegebiet West in Emmerke. Geprüft wird, ob dort eine Unterkunft mit Containern entstehen könnte.

In dieser Woche gab es zu dieser Frage ein vertrauliches Gespräch zwischen Landrat Bernd Lynack (SPD), Unternehmen in dem Gewerbegebiet als Anliegern und Giesens Gemeindebürgermeister Frank Jürges (CDU). Nach Informationen der HAZ soll es darum gehen, möglicherweise 120 Menschen in Emmerke unterzubringen.

Hitzige Diskussion

Dies hat eine zum Teil hitzige Diskussion im sozialen Netzwerk Facebook ausgelöst. Manche Teilnehmer der Debatte wenden sich scharf gegen die Überlegung, Flüchtlinge in dem Gewerbegebiet einzuquartieren – andere reagieren darauf moderat.

Der Landkreis bestätigt auf HAZ-Nachfrage, dass ein Standort für die Unterbringung Geflüchteter in Emmerke untersucht wird – äußert sich jedoch nicht zu weiteren Details. In dieser Frage sei noch keine Entscheidung gefallen, zunächst einmal müssten sich die politischen Gremien des Kreises mit dem Thema beschäftigen.

Bürger umfassend informieren

„Sollte der Standort realisiert werden, werden wir - wie bereits an anderen Orten auch - in einer Einwohnerfragestunde die Öffentlichkeit umfassend informieren“, erklärte Kreissprecherin Birgit Wilken am Freitag auf HAZ-Nachfrage.

Nach dem Appell des Landrats an die Städte und Gemeinden im November 2023, es sei „zwei Minuten vor zwölf“ in der Unterbringungskrise, prüft der Kreis nach eigenen Angaben diverse Angebote in der Region. Dazu gehörte etwa die frühere Fitness-Insel in Gronau, die als Unterkunft ausgewählt wurde. Dort war zunächst die neue Sporthalle der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Gronau im Gespräch, was im vergangenen Dezember heftige Debatten in der Bevölkerung und eine Online-Petition ausgelöst hatte.

Tatsächlich als Quartier geeignet?

Die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber ist nach Angaben der Kreisverwaltung zentrales Thema eines wöchentlich tagenden Arbeitskreises der Behörde. Dabei werden wie in der Stadt Hildesheim mögliche Containerdörfer für maximal 150 Menschen diskutiert. Wie auch mit Blick auf Emmerke und das dortige Gewerbegebiet West.

Im Brennpunkt steht ein großes Gelände gegenüber der Holzhandlung Köster an der Ecke Industriestraße/Escherder Kirchweg. Fraglich ist, ob sich der seit etwa zwei Jahren ungenutzte Komplex, wo bis 2022 der weltweit aktive US-amerikanische Automobil-Zulieferer ITW einen Standort betrieben hatte, tatsächlich als Quartier für Geflüchtete eignet.

Vermietung möglich

Die Immobile auf einer Fläche von etwa 11.800 Quadratmetern, die mit einer rund 4000 Quadratmeter großen Werkhalle bebaut ist, gehört der Unternehmensgruppe Holding AS. Das Kürzel steht für den Hildesheimer Architekten André Seidler. Ihm zufolge könnte der Bereich zur Unterbringung Geflüchteter vermietet werden.

  • Region
  • Emmerke
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.