Kreis Hildesheim/Alfeld - Mit großem Unverständnis, teilweise auch entsetzt haben SPD-Mitglieder am Sonnabend am Rande des Delegiertentreffens auf dem Alfelder Festplatz „Hackelmasch“ auf die Vorgänge um den Doktortitel von Landrats Olaf Levonen (SPD) reagiert. Die Genossen waren sich allerdings einig, dass das Thema den Landratswahlkampf ihres Parteifreundes Bernd Lynack nicht beeinflussen werde. Im Vorfeld hatten sich bereits führende SPD-Funktionäre dafür ausgesprochen, dass Levonen für Aufklärung sorgen muss.
Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen hält sich bedeckt
Äußerst bedeckt hielt sich Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen. „Dazu äußere ich mich nicht“, sagte der SPD-Mann der HAZ. „Ich halte dies für ein Thema des Privatmannes Olaf Levonen und nicht des Landrats Olaf Levonen.“
Vize-Landrätin Friedemann sagt, sie sei „total entsetzt“
Die stellvertretende Landrätin Waltraud Friedemann gab an, irgendwann von dem neuen Doktortitel erfahren zu haben. Zweifel an dessen Rechtmäßigkeit habe sie nicht gehabt. Als sie jedoch den Zeitungsartikel gelesen habe, sei sie total entsetzt gewesen. Danach gefragt, ob sie der Meinung ist, dass Levon nun sofort zurücktreten muss, sagte sie: „Ich muss das erst mal sacken lassen.“
Landtagsabgeordneter Senftleben ist „erschrocken“
„Ich bin reichlich überrascht und erschrocken“, betonte Landtagsabgeordneter Volker Senftleben. Er könne gar nicht verstehen, wie man so naiv sein kann. „Dies gilt insbesondere deshalb, weil ich den Landrat als einen Mann kenne, der alles andere als auf den Kopf gefallen ist.“ Die Frage nach einem sofortigen Rücktritt des Landrats halte er für verfrüht. „Da will ich zunächst seine Stellungnahme hören“, erklärte Senftleben.
Bludau hofft, dass Levonen sich bald erklärt
Auch Matthias Bludau, SPD-Fraktionschef im Diekholzener Rat, hofft, dass sich Levonen bald erklärt. Negative Auswirkungen auf den Wahlkampf Lynacks befürchtet er nicht. „Wir reden hier ja von zwei unterschiedlichen Personen.“
