Sarstedt/Rössing - Was geschieht, wenn ein Gitarrenvirtuose und ein Lyriker aufeinandertreffen? Heraus kommt ein kreativer Dialog zwischen Wortkunst und Saitenspiel. Einzigartig und herausfordernd, meint Thomas Bartsch. Der frühere Sarstedter, der heute im Heideort Walsrode lebt, hat sich der Gedichtform verschrieben. Seine Lyrikbände „Von Übergang zu Übergang“ und „Gezeiten“ sind im Geest-Verlag Vechta erschienen. Seine Verse hat er auch bereits mit Solo-Musikern vertont, tritt auf regionalen Bühnen auf. Nun hat er mit dem Gitarristen Franz Gottwald aus Rössing einen neuen Kooperationspartner gefunden. Am Freitag, 12. Mai, 18 Uhr, tritt das Duo in der Rössinger Dorfkirche auf.
„Lyrik soll nicht elitär sein“
Bartsch wird in der circa 75-minütigen Veranstaltung eine Auswahl aus seinen Lyrikbänden rezitieren, Gottwald interpretiert, untermalt und umrahmt die Gedichte mit seiner ausgereiften Gitarrenkunst. So verbindet sich tiefgründige Metaphorik mit spanisch inspirierter Musik.
Ein Teil Naturlyrik, ein Teil sozialkritische Lyrik, aber auch romantisch-mystische Anklänge – so lassen sich die Werke von Bartsch, der hauptberuflich als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie arbeitet, thematisch am ehesten umreißen. Dabei war und ist dem 65-Jährigen eine Botschaft stets wichtig: „Lyrik soll nicht elitär sein.“ Selbst wer einen Vers zunächst nicht versteht, kann durch den Klangteppich, die sprachlichen Bilder etwas mitnehmen.
Inspiration aus der Natur
Seine Inspiration zieht Bartsch unter anderem aus der Natur. So zog es ihn schon in seiner Sarstedter Zeit in die Gegend rund um die Innerste, den Bruchgraben, die Mühlenstraße, wie er einmal im Interview berichtete. 1959 zog seine Familie aus Celle nach Sarstedt, der Vater arbeitete als niedergelassener Kinderarzt. Erst im Grasweg, später am Lappenberg hatte Bartsch sein Zuhause, bis er 1986 wegzog. Verbunden ist er mit Sarstedt jedoch weiterhin, allein durch Teile seiner Familie, die nach wie vor in der Stadt wohnen.
Auch Franz Gottwald wuchs in Sarstedt auf. Mit neun Jahren zog er mit seinen Eltern aus Northeim hierher. Franz Gottwald, seine Gitarre und die Bühne, das ist eine ganz große Liebe. Der Autodidakt erlernte das Gitarrenspiel nach Gitanoart „auf der Straße“ und studierte später Musik/Gitarre an der Universität Hildesheim. Es folgten Auftritte in Funk und Fernsehen sowie Konzerte im In- und Ausland. Mit Victor Svec bildet er gemeinsam das „Duo Flamenco“ und spielte mehrere CDs ein. Mit Flamenco-Studienaufenthalten in Madrid, Jerez und Sevilla perfektionierte er das spanische Gitarrenspiel und zählt heute zu den renommiertesten Flamenco-Gitarristen in Deutschland. Vor zwei Jahren feierte der Rössinger sein 50-jähriges Bühnenjubiläum im Theatersaal Langenhagen.
Die Veranstaltung in der Rössinger Dorfkirche, Kirchstraße, findet in Zusammenarbeit mit der St. Peter und Paul Kirchengemeinde statt. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.


