Energiewende

Mega-Batteriespeicher im Kreis Hildesheim: Firma nennt Details zu Bauzeit und Betriebsdauer

Alfeld - Führende Vertreter der Firma Kyon Energy haben bei einem Termin in Alfeld den Zeitrahmen für den Baustart abgesteckt und auch gesagt, wie lange die einzelnen Batterien voraussichtlich durchhalten.

So, nur deutlich größer, soll der Batteriespeicher bei Alfeld ungefähr aussehen. Foto: Andreas Franke

Alfeld - Die Arbeiten für die große Batteriespeicher-Anlage bei Alfeld sollen im dritten Quartal dieses Jahres beginnen und Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. Das hat Projektleiterin Isabell Stellwag von der Münchner Firma Kyon Energy, die den Großspeicher plant und baut, jetzt bei einem Besuch in Alfeld angekündigt. Die Anlage – nach aktuellem Stand wäre sie die größte ihrer Art in Europa – soll neben dem Umspannwerk des Überlandwerks Leinetal (ÜWL) nahe der Bundesstraße 3 am Rande des Stadtteils Limmer entstehen. Die Stadt Alfeld hat bereits die Baugenehmigung erteilt.

Strom für Zehntausende Haushalte

Vertreter von Kyon äußerten sich auch zur Betriebsdauer der geplanten Anlage, die der dänische Solar-Konzern Obton übernehmen wird. Demnach will das Unternehmen den Batteriespeicher mindestens 30 Jahre lang betreiben. Kyon rechnet damit, dass nach 15 Jahren die ersten Batteriemodule ausgetauscht werden müssen.

Der Batteriespeicher soll im Zuge der Energiewende als Puffer dienen, um die wechselhafte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne auszugleichen. Die Speicherkapazität liegt 275 Megawattstunden Strom. Rechnerisch wäre das genug, um eine Million Haushalte eine Stunde lang zu versorgen – oder gut 40.000 Haushalte 24 Stunden lang.

„Erneuerbare“ speichern

Fachleute betonen zunehmend die Bedeutung solcher Großspeicher für die Energiewende. Zusammen mit dem Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft sollen sie dazu beitragen, dass die deutsche Stromversorgung langfristig ohne Kohle- und Gaskraftwerke auskommen kann – in dem sie überschüssigen Strom aus Windparks und Photovoltaik-Anlagen aufnehmen – und diesen wieder ins Netz abgeben, wenn die erneuerbaren Quellen den Bedarf nicht decken können. Diese Aufgabe übernehmen derzeit meist fossile Kraftwerke. Durch Batteriespeicher könne in der Gesamtheit mehr erneuerbare Energie genutzt und der Anteil konventioneller Energien reduziert werden, betont Kyon. Im Landkreis Hildesheim ist ein ähnlich großes Batterie-Projekt bei Lamspringe geplant. Dahinter steht das Hildesheimer Unternehmen Nion.

Acht Anlagen im Betrieb

Kyon Energy investiert in Alfeld „einen höheren zweistelligen Millionenbetrag“. Der Standort eigene sich, weil das Umspannwerk „ein wichtiger Knotenpunkt im Hochspannungsnetz“ sei, an dem mehrere 110-Kilovolt-Freileitungen aufeinandertreffen.

Kyon Energy hat derzeit nach eigenen Angaben bereits acht Anlagen mit insgesamt 120 Megawatt Leistung in Betrieb. „Weitere 679 Megawatt sind genehmigt und befinden sich aktuell in der Umsetzung“, betont Florian Antwerpen, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens.

Bald Gewerbesteuer?

Er kündigte an, dass der Speicher „komplett aus der Ferne betrieben wird“. In der Leitwarte säßen Fachleute, die den Betrieb rund um die Uhr überwachen und sicherstellen würden. Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen (SPD) rechnet „mittelfristig“ mit Gewerbesteuer-Einnahmen wie Alfeld und zeigte sich zuversichtlich, „dass diese Situation schneller eintreten wird als bei einem herkömmlichen Start-up üblich“.

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