Fürsorge am Lebensende

Michaelis Hospiz eröffnet am Hildesheimer Gut Steuerwald Anfang 2025

Hildesheim - Der Kooperationsvertrag der stationären Einrichtung mit den bestehenden Hildesheimer Hospizvereinen ist unterzeichnet. Und auch personell sind die Weichen für den Start gestellt. Was noch gebraucht wird: Spenden.

Andrea Zimmermann, Leiterin des Michaelis Hospizes, im Rohbau der Einrichtung, die nahe dem Gut Steuerwald entsteht. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Für das Michaelis Hospiz, das am Gut Steuerwald entsteht, sind wichtige Eckpunkte festgeschrieben. Zwar wird sich die Eröffnung selbst über den ursprünglich angestrebten Termin Ende dieses Jahres um ein paar Monate verzögern, doch ansonsten sind die Weichen im Wesentlichen gestellt.

So hat nun der langjährige Caritas-Vorstand John Coughlan die Zusammenarbeit des neuen Hospizes mit den beiden bestehenden Hospizvereinen via Kooperationsvertrag besiegelt. Christian Castel als Vorsitzender des Vereines „Geborgen bis zuletzt“ und Christiane Temme, Vorsitzende von „Leben im Sterben“, unterzeichneten – und sind, wie sie einstimmig sagen, froh über dieses neue Angebot, das das erste stationäre Hospiz in Hildesheim und das erste ökumenische in ganz Niedersachsen ist. Auf gut 1100 Quadratmetern Fläche wird es zehn Gästen, teils auch ihren Angehörigen, Platz und Fürsorge bieten.

Der Angst mit Angeboten begegnen

Es sei „gut zu wissen, dass Hildesheim bald über ein solches Hospiz verfügt“, sagt Coughlan, auch mit Verweis auf die demographische Entwicklung, durch die sich der Bedarf weiter erhöhen werde. „Die Aussicht, eines Tages im Sterben allein und ohne Hilfe zu sein, kann in der Gesellschaft große Ängste auslösen. Durch solche Angebote begegnen wir denen aber.“

Das Gebäude befindet sich derzeit noch im Rohbau. Es ist so angelegt, dass die Menschen hier ihre Tage möglichst so gestalten können, wie sie es selbst möchten: mit Aufenthalt im Garten, draußen im Naturschutzgebiet oder auf ihren Balkonen, die teils sogar mit Pflegebetten befahrbar sind. In der Nähe ihrer Angehörigen, für die es auch die Möglichkeit der Übernachtung gibt, in Gesellschaft anderer Gäste oder in Ruhe. „Uns waren bei dem Gebäude einige Details sehr wichtig“, sagt Andrea Zimmermann, Leiterin der Einrichtung. „Zum Beispiel, dass es nur einen Eingang gibt. Durch den kommt man hinein und hinaus, nichts bleibt im Verborgenen, auch nicht, wenn jemand stirbt.“ Offen und zugewandt soll es hier zugehen.

Personalsuche läuft derzeit – und zwar sehr gut

Geplant hat den Bau Thomas Naumann, Architekt und Geschäftsführer der Vinzenz Sozialprojekte GmbH. Bauherrin des Hospizes ist die Kongregation der Vinzentinerinnen, den Betrieb wiederum übernimmt die Michaelis Hospiz gGmbH – deren Gesellschafter sind die Vinzentinerinnen, der Caritasverband für die Diözese Hildesheim, der Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim, der evangelische Kirchenkreisverband Hildesheim sowie das St. Bernward Krankenhaus.

Als Leiterin ist Zimmermann derzeit vor allem mit der Personalsuche beschäftigt. Die, wie sie sagt, gut vorangeht. „Ich merke, dass sich nicht nur Leute bewerben, die zufällig gerade einen neuen Job suchen, sondern viele, die genau diesen Job machen wollen“, sagt sie. Das Team aus rund 25 Mitarbeitenden wird durch Ehrenamtliche ergänzt – und hier kommen wiederum die Hospizvereine mit ihrem Personalstamm und ihren Erfahrungen ins Spiel. Damit wollen sie sich einbringen – die Eckpunkte sind im Kooperationsvertrag festgehalten.

Was jetzt noch dringend fehlt, sind Spenden

Was allerdings noch fehlt, sind Spenden vor allem für die Einrichtung und Ausstattung des neuen Hospizes, wie Zimmermann sagt: pflegespezifisches Mobiliar, notwendige medizinische Geräte und eine zeitgemäße Kommunikationstechnik. „Da brauchen wir noch eine Menge.“ Zudem sei das Hospiz wegen der unvollständigen Refinanzierung durch Kranken- und Pflegekassen auch fortwährend auf Unterstützung angewiesen. 5 Prozent des Regelbedarfs sowie alle weiteren, nicht gedeckten Kosten müsse die Einrichtung selbst über Spenden aufbringen.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.