Zehn Plätze in neuer Einrichtung

Start für Hospiz-Neubau in Hildesheim: Das ist erst der Anfang des großen Plans für Gut Steuerwald

Hildesheim - Zum Auftakt der Bauarbeiten für das Hildesheimer Michaelis-Hospiz gab es symbolische Spatenstiche – in den kommenden Jahren soll sich auf dem Areal im Norden Hildesheims noch viel verändern.

Beim symbolischen Auftakt für die Bauarbeiten am Michaelis-Hospiz ist die Vinzentinerinnen-Generaloberin Schwester M. Teresa Slaby mit besonders viel Elan dabei. Neben ihr im Einsatz (von links): John Coughlan (Geschäftsführer der Trägergesellschaft), Oberbürgermeister Ingo Meyer und Thomas Naumann (Geschäftsführer der Vinzenz Sozialprojekte GmbH). Foto: Jan Fuhrhop

Hildesheim - Mit einer Feierstunde auf Gut Steuerwald und symbolischen Spatenstichen haben Investoren und künftige Betreiber des ersten stationären Hospizes in Hildesheim am Mittwoch offiziell den Beginn der Bauarbeiten begangen. Trägerin der Einrichung mit zehn Plätzen ist die Michaelis Hospiz gGmbH mit Geschäftsführer John Coughlan an der Spitze. Er habe noch nie so viel Zuspruch zu einem Projekt erfahren wie bei dem anstehenden Hospizbau, sagte er in der Runde geladener Gäste.

„Menschen neigen grundsätzlich dazu, die letzte Lebensphase auszublenden. Wir lieben Horizonte und schrecken vor Abgründen zurück.“ Das große Interesse am Michaelis-Hospiz zeige ihm, dass man auf dem richtigen Weg sei, an dieser Haltung etwas zu ändern. Die Generaloberin der Vinzentinerinnen, Schwester M. Teresa Slaby, setzt darauf, dass das Hospiz Menschen aus der Region Hildesheim „würdiges Sterben durch die Nähe zum Wohnort erleichtern“ könne. Der Orden selbst betreibt bereits das Hospiz Luise in Hannover.

Fünf Mitglieder in der Trägergesellschaft

Hinter der Hospiz-Trägergesellschaft stehen seit der Gründung 2019 das St. Bernward Krankenhaus, die Kongregation der Vinzentinerinnen, der Caritasverband für die Diözese Hildesheim und der Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim. Hinzugestoßen war später der evangelische Kirchenkreisverband Hildesheim, Dachorganisation der Kirchenkreise Peine, Hildesheimer Land-Alfeld und Hildesheim-Sarstedt. Den Hospiz-Bau plant und finanziert die Vinzenz Sozialprojekte GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Kongregation der Vinzentinerinnen. Das Vorhaben kostet nach derzeitgem Stand rund vier Millionen Euro, die Eröffnung soll voraussichtlich Mitte 2024 sein.

Noch viel mehr für das Gut Steuerwald geplant

Für die Kongregation ist der Bau des Hospizes, das für zehn Patientinnen und Patienten Platz bieten soll, der Auftakt zu weiteren langwierigen Um- und Neubaumaßnahmen auf Gut Steuerwald. Der Orden hat, wie bereits berichtet, das Areal von der Stadt gekauft, nur 10 000 von insgesamt 70 000 Quadratmetern sind im städtischen Besitz geblieben. Die Vinzentinerinnen wollen die alten denkmalgeschützen Gebäude der Burganlage sanieren und umgestalten. Ziel ist eine Art Stadtteilbauernhof mit Hofcafé, Hofladen, Veranstaltungszentrum, sozialen Hilfsangeboten und inklusiven Arbeitsstätten. „Eine brillante Idee“, wie Oberbürgermeister Ingo Meyer bei der Feierstunde befand. Das Gesamtvorhaben wie auch der Bau des ersten Hospizes in der Region sei eine „großartige“ Entwicklung für die Bürgerinnern und Bürger.

Generaloberin Slaby dankte der Stadt für den „nachhaltigen Einsatz der Bauverwaltung“ und dem Reitverein Steuerwald für „konstruktive Zusammenarbeit“ – der Verein kann nach der Übernahme des Guts auf der Anlage bleiben, muss sich aber räumlich etwas einschränken und künftig mit anderen Nutzern arrangieren.

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