Hildesheim - Kinder und Jugendliche sind keine Treiber bei den Corona-Infektionszahlen. Das hat Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Daniela Behrens jetzt bei einem Besuch in Hildesheim in einem großen Interview mit der HAZ betont. „Wir sind aufgrund der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse überzeugt, dass Kinder keine Pandemietreiber sind“, sagte die Sozialdemokratin.
Das führte sie auch als Begründung dafür an, dass allgemeine Testpflichten in Niedersachsen erst ab 15 Jahren gelten. In den meisten anderen Bundesländern gilt die Testpflicht dort, wo Negativtests Bedingung sind – etwa in Hotels und Ferienwohnungen, aber teilweise auch in der Gastronomie – bereits ab sechs Jahren, wie viele Hildesheimer im Urlaub feststellen werden.
Ja zu mehr Schul-Tests
Aus ihrer Sicht sei es nicht nötig, Kinder unter 15 Jahren über die regelmäßigen Tests für die Schule hinaus mit Testpflichten zu belasten, auch in den Ferien nicht, betonte Behrens. Sie unterstütze aber das Ansinnen von Kultusminister Grant-Hendrik Tonne (SPD), nach den Sommerferien Schülerinnen und Schüler zunächst täglich zu testen: „Viele waren dann im Urlaub oder anderweitig mobil.“ Mit einem Anstieg der Infektionszahlen zum Ende der Ferien hin sei zu rechnen, die verstärkten Tests deshalb sinnvoll.
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Zugleich untermauerte die Ministerin die Forderung an die Ständige Impfkommission (Stiko), internationale Studiendaten zur Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bei der Frage der Impf-Empfehlung stärker zu berücksichtigen. Schon jetzt sei das Interesse an Impfungen bei Eltern und Jugendlichen groß, Niedersachsen habe bundesweit die höchste Impfquote in dieser Altersgruppe. Von einer Stiko-Empfehlung erhoffe sie sich, dass mehr Ärztinnen und Ärzte Kinder und Jugendlichen bereit seien und dass noch mehr Zwölf- bis 17-Jährige sich immunisieren ließen.
