Energiewende

Nach Aus des Kohlekraftwerks: In Mehrum soll ein Gaskraftwerk entstehen

Mehrum - Im Mehrum soll nach dem Aus des Kohlekraftwerks ein Gaskraftwerk entstehen. Wie die weiteren Schritte aussehen – und was das für die mögliche Wasserstoffproduktion in dem Hohenhamelner Ortsteil bedeutet.

Noch wird in Mehrum Steinkohle verfeuert. Künftig soll dort ein Gaskraftwerk entstehen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mehrum - Derzeit rauchen in Mehrum noch die Schlote. Das zwischenzeitlich schon stillgelegte Kohlekraftwerk wurde wegen der drohenden Energiekrise wieder in Betrieb genommen – für eine Übergangszeit darf dort wieder Steinkohle verfeuert werden. Doch der Kraftwerksbetreiber nimmt schon die Zeit danach in den Blick – und hat jetzt die Erteilung eines sogenannten Vorbescheids nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz beantragt.

Das Genehmigungsverfahren dazu läuft beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig. Die Kraftwerk Mehrum GmbH, die zum tschechischen EPH -Konzern gehört, plant je nach Wirtschaftlichkeit und Gesetzeslage entweder ein kombiniertes Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk oder ein Gasturbinenkraftwerk mit zwei Turbinen. In der ersten Variante hätte das Kraftwerk eine maximale Leistung von bis zu 1200, in der zweiten von maximal 1100 Megawatt.

Mehrumer Gaskraftwerk könnte 2028 fertig sein

Kraftwerksgeschäftsführer Armin Fieber geht von einer reinen Bauzeit für das Kraftwerk von dreieinhalb Jahren aus. „Die zeitliche Umsetzung des Projektes ist abhängig von der Fertigstellung der gesetzlichen beziehungsweise politischen Rahmenbedingungen“, erläutert er auf HAZ-Anfrage. Wenn alles gut läuft, könnte das Kraftwerk 2028 fertiggestellt werden.

Dabei wollen die Verantwortlichen nicht warten, bis das Kohlekraftwerk abgerissen ist. Der Neubau soll unabhängig von dem bestehenden Kraftwerk auf dem Gelände nebenan entstehen. Nach derzeitigem Stand soll noch bis Ende März kommenden Jahres in Mehrum Steinkohle zur Stromerzeugung verfeuert werden. Im Laufe des Jahres 2024 wird dann laut Fieber auch mit dem Abriss begonnen, der etwa zweieinhalb Jahre dauern soll.

Pläne für Wasserstoff-Produktion

Das Kraftwerk wird so ausgerüstet sein, dass dort grundsätzlich auch Wasserstoff statt Gas verbrannt werden kann. Wasserstoff gilt als klimaschonende Alternative zu Erdgas. Und am Standort Mehrum könnte es besonders sinnvoll sein, wenn in dem neuen Kraftwerk auch Wasserstoff zur Stromerzeugung genutzt werden kann.

Denn es gibt Pläne, dort künftig Wasserstoff zu produzieren. Die Betreiber führen darüber bereits seit Jahren mit der Industrie sowie mit Leitungs- und Speicherbetreibern Gespräche. Allzu konkret sind diese Pläne allerdings immer noch nicht. Ein „Potenzial“ gebe es dafür am Standort Mehrum zwar, erklärt Geschäftsführer Fieber: „Gegenwärtig sind die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür allerdings nicht gegeben.“

Antragsunterlagen liegen aus

Die Antragsunterlagen liegen vom 30. August bis zum 2. Oktober beim Gewerbeaufsichtsamt sowie im Hohenhamelner Rathaus aus und können eingesehen werden. Bis zum 2. November können Bürgerinnen und Bürger dann Einwände dagegen einreichen.

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