Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt – doch sie liegt im Landkreis Hildesheim weiterhin knapp unter der kritischen Marke von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Inzidenzwert am Freitagmorgen mit 98,6 an. Das ist ein merklicher Anstieg gegenüber dem Vortag, als das Institut einen Wert von 90,6 errechnet hatte.
Der Verschärfung entwischt
Wie berichtet sind aufgrund der Einführung der Bundes-Notbremse, deren Regelungen am Samstag in Kraft treten sollen, ab sofort nicht mehr die Inzidenz-Angaben des Landesgesundheitsamtes entscheidend für Verschärfungen und Lockerungen, sondern die Daten des RKI. Und die fallen, auch durch verzögerte Meldung der Daten aus den Ländern und einen anderen Stich-Zeitpunkt, meist niedriger aus als die des Landes, zum Teil sogar deutlich. Bundes- und landesweit gab es aber wieder einen leichten Anstieg.
Nach der Rechenmethode des Landesgesundheitsamtes hatte der Landkreis Hildesheim den Inzidenzwert von 100 am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag überschritten. Dies hätte eigentlich schärfere Vorgaben für Kontakte, Schulen, Kitas und Einzelhandel zur Folge haben müssen. Das Land wies die Landkreise jedoch an, bereits rückwirkend ab Dienstag die Daten des RKI zur Grundlage zu machen. Nach dessen Zahlen hatte der Landkreis in dieser Woche bislang stets eine Inzidenz unter 100.
Was bei Anstieg droht
Nun rückt die kritische Marke doch wieder bedrohlich nahe. Unverändert gilt aber: Härtere Corona-Regeln kommen erst, wenn der Landkreis dreimal in Folge eine Inzidenz über 100 aufweist. Dann ist noch ein Werktag Zeit. Selbst wenn die Inzidenz am Samstag, Sonntag und Montag über 100 liegen sollte, könnten Einschränkungen demnach frühestens am Mittwoch zum Tragen kommen.
Das wären unter anderem: Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr, Schließung der Kitas bis auf eine Notbetreuung, komplettes Distanzlernen in allen weiterführenden Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen (nur Grund- und Förderschulen würden weiter im Wechselmodell bleiben), Einkaufen im Einzelhandel weiter mit Voranmeldung oder Vor-Ort-Registrierung, aber zusätzlich mit maximal 24 Stunden altem negativem Schnelltest.
Hoffnung in Hannover
Mit Schnelltest wieder öffnen – diese Perspektive haben durch die neuen Regeln Baumärkte, Möbel- und Einzelhändler in der Region Hannover, die davon bisher aufgrund der in dieser Hinsicht strengeren Regeln der alten Landes-Verordnung nur träumen konnten. Das RKI gab die Inzidenz für die Region Hannover am Freitag mit 141,6 an, am Donnerstag waren es 149,2. Bleiben die Werte unter 150, könnten Ikea, Höffner und Co. schon bald wieder Kunden in ihre Märkte lassen.
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Im Landkreis Peine ist das vorerst noch kein Thema. Dort liegt die Inzidenz laut RKI am Freitag bei 159,2, nachdem sie am Donnerstag, offenbar auch durch einen Übermittlungsfehler, nur mit 115,7 angegeben worden war. Für den Landkreis Wolfenbüttel verzeichnete das RKI einen Wert von 106,2.
Bundesweit höhere Werte
Die Durchschnittswerte für Deutschland und Niedersachsen sind am Freitag leicht gestiegen. Für die gesamte Bundesrepublik kletterte der Inzidenzwert nach RKI-Angaben von 161,1 auf 164, 0, für Niedersachsen von 112,2 auf 114,2.
