Kampf gegen das Coronavirus

Wegen neuer Wertung durch RKI-Zahlen: Keine neuen Corona-Beschränkungen im Kreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Jetzt herrscht Klarheit: Die zuletzt hohen Corona-Inzidenzen in der Region Hildesheim führen nicht zu neuen Einschränkungen. Wie das kommt – und was das im Einzelnen bedeutet.

Das Dashboard des Robert-Koch-Instituts zeigt für Hildesheim eine Inzidenz unter 100 an - die Zahlen des Instituts sind ab sofort maßgeblich, nicht mehr die des Landesgesundheitsamtes. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - Im Landkreis Hildesheim kommt es zu keinen neuen Einschränkungen im Rahmen der Corona-Bekämpfung – weder auf Basis der bisherigen Landes-Verordnung noch durch die neue Corona-Notbremse des Bundes. Das hat die Kreisverwaltung am Donnerstagnachmittag nach Rücksprache mit der Landesregierung klargestellt. Auch eine Ausgangssperre ist damit zumindest vorerst kein Thema.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus hatte nach der Rechnung des Landesgesundheitsamtes am Dienstag (101,5) am Mittwoch (110,2) und am Donnerstag (112,0) den Grenzwert von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Damit hätte sich der Landkreis eigentlich ein zweites Mal nach Ende März zur Hochinzidenz-Kommune erklären müssen – mit schärferen Kontaktregeln, Schließung von Kitas, weiterführenden Schulen und Einzelhandel und weiteren Beschränkungen.

Rückwirkend niedrigere Werte

Allerdings soll nun bereits am Sonnabend die neue Corona-Notbremse des Bundes in Kraft treten, begleitet von einer daran angepassten neuen Verordnung des Landes. Einer der wesentlichen Aspekte: Künftig sind nicht mehr die vom Landesgesundheitsamt veröffentlichten Inzidenzwerte maßgeblich, sondern die vom Robert-Koch-Institut. Die fallen durch Meldeverzögerungen und andere Effekte oft niedriger aus.



Um den Übergang von den alten zu den neuen Regeln zu erleichtern, wies das Land Niedersachsen jetzt Kreise wie Hildesheim, die gerade an der Schwelle zur sogenannten Hochinzidenz-Kommune stehen, an, bereits rückwirkend ab Dienstag die Inzidenzwerte des RKI zum Maßstab zu nehmen. Und die lagen tatsächlich in den vergangenen Tagen stets unter 100 – am Donnerstag zum Beispiel bei 90,6.

Schnelltest zum Shoppen?

Damit sind eventuelle Verschärfungen der Corona-Regeln in Stadt und Landkreis Hildesheim zunächst vom Tisch. Die neue Landesverordnung sieht vor, weiterführende Schulen und Kitas wieder zu schließen, wenn ein Inzidenzwert von 100 an drei Tagen hintereinander überschritten wird – so wie bisher auch schon. Die Bundes-Notbremse schreibt hierfür sogar einen Grenzwert von 165 vor, die Länder können sich aber selbst schärfere Regeln geben. Und das will Niedersachsen in diesem Bereich tun.



Anders hingegen beim Einzelhandel inklusive Baumärkten: Diese Geschäfte dürfen bis zu einer Inzidenz von 150 öffnen – wenn Kundinnen und Kunden sich vorher anmelden oder am Eingang registrieren, wie bislang. Steigt die Inzidenz über 100, müssen Besucher allerdings zusätzlich einen maximal 24 Stunden alten negativen Schnelltest vorweisen oder vor Ort einen solchen absolvieren. Auch beim Besuch von Zoos sowie Tierparks wie dem Wisentgehege sind solche Tests dann vorgeschrieben – in der Region Hannover liegt die Inzidenz auch laut RKI zwischen 100 und 150. Oberhalb von 150 bleiben die Geschäfte geschlossen, die Abholung vorbestellter Waren wäre aber weiter erlaubt (Click & Collect).

Oberhalb einer Inzidenz von 100 gelten zudem nächtliche Ausgangssperren von 22 bis 5 Uhr, einzelne Spaziergänger oder Jogger dürfen dann auch bis Mitternacht unterwegs sein. Auch dies betrifft den Landkreis Hildesheim aktuell nicht.

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