Kampf gegen das Coronavirus

Neue Corona-Verordnung: Was der Kreis Hildesheim nun selbst entscheiden darf

Kreis Hildesheim - Von Mittwoch an haben die Landkreise deutlich mehr Freiheit bei der Frage, wie sie auf höhere Inzidenzen reagieren. Nutzt der Kreis Hildesheim das direkt?

Wie das Hildesheimer Gesundheitsamt die Corona-Situation beurteilt, spielt künftig eine größere Rolle für die vor Ort herrschenden Regeln. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Das Land Niedersachsen ändert erneut seine Corona-Verordnung. Ab sofort haben die Landkreise deutlich mehr Freiheiten bei der Frage, welche Regeln sie bei steigenden Inzidenzen verschärfen und welche nicht. Bislang war der Stufenplan, der härtere Vorgaben jeweils oberhalb von zehn, 35 und 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen vorsieht, ziemlich starr.



Nun können für einzelne Bereiche mildere Regeln weiter gelten, wenn der jeweilige Landkreis zu der Einschätzung kommt, sie hätten mit dem Anstieg der Infektionszahlen nichts zu tun. Bei den Kontaktbeschränkungen soll es allerdings keine Ausnahmen geben, dafür bleibt allein der Stufenplan maßgeblich.

Verschärfung für Diskos

Allerdings gibt es auch eine Verschärfung der Regeln: Diskos, Clubs und Shisha-Bars müssen zwingend schließen, wenn die Inzidenz in einem Landkreis mindestens drei Tage lang über 10,0 lag – das gilt auch für den Landkreis Hildesheim. Bei Inzidenzen bis maximal 10,0 dürfen sie öffnen, aber unter deutlich schärferen Bedingungen als bislang. So gilt dann eine durchgehende Maskenpflicht, auch beim Tanzen, und die Betreiber dürfen maximal die Hälfte der Kapazität auslasten. Hintergrund: Partys in Diskos gelten als Hauptgrund für den deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in der Region Hannover.



In fast allen anderen Bereichen können die Landkreise aber bei Überschreiten von Grenzwerten auf die dafür vorgesehenen Verschärfungen aus dem Stufenplan verzichten. Das betrifft konkret unter anderem Gastronomie inklusive Bars, Veranstaltungen inklusive Großveranstaltungen, Freizeitparks, Schwimmbäder, Kinos, Theater, Zoos, Tierparks, Einzelhandel, Breiten- und Spitzensport, Hotels und Campingplätze, touristische Busfahrten, Gottesdienste sowie körpernahe Dienstleistungen.

Hannover nutzt es gleich

In all diesen Bereichen kann der Landkreis Hildesheim die Verschärfungen bei Überschreiten von Inzidenz-Stufen künftig weglassen. Ob er das schon bei den ab Mittwoch geltenden neuen Regeln tut, ist noch unklar. Der Kreis hat eine Entscheidung darüber für den späten nachmittag oder den frühen Abend angekündigt.

Allerdings sind beim Wechsel von der niedrigsten Stufe in die Stufe oberhalb von 10,0 ohnehin nur wenige und nicht allzu schmerzhafte Veränderungen vorgesehen. Deutlich anders ist das oberhalb einer Inzidenz von 35,0, in diesem Fall waren bislang deutlich schärfere Regeln vorgeschrieben.

Die Region Hannover macht von diesen neuen Möglichkeiten deshalb aktuell Gebrauch. Obwohl dort die Inzidenz drei Tage hintereinander über 35 lag, werden die Regeln nicht verschärft.

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