Corona-Pandemie

Erst Disco, jetzt Quarantäne: Die meisten Hildesheimer in Isolierung feierten in Hannover

Hildesheim - Trotz strenger Auflagen und Corona-Tests kam es durch eine Party im Dax Hannover zu mehr als 1100 Quarantäne-Anordnungen. Nun wird klar: Auch viele Disco-Besucher aus dem Kreis Hildesheim sind betroffen.

Eine Party in der Dax-Bierbörse in Hannover sorgte dafür, dass auch mehr als 100 Hildesheimer und Hildesheimerinnen in Quarantäne müssen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa –

Hildesheim - Endlich wieder feiern: Die Freude war groß, doch währte nicht lange. Nach einer Disco-Nacht in der Dax-Bierbörse in Hannover sitzen 1116 Menschen in Quarantäne. Grund: Trotz eines Antigen-Schnelltests war unter den Feiernden auch eine mit Corona infizierte Frau. Am Party-Abend fiel der Test nach Angaben des Club-Betreibers negativ aus, wenige Tage später bemerkte die Frau allerdings Symptome, eine Infektion wurde nachgewiesen.

Eine Quarantäne-Klage scheiterte

Für 1116 Feiernde und Mitarbeiter der Dax-Bierbörse am Raschplatz heißt das nun: Quarantäne. Ein Betroffener hatte noch versucht, mithilfe einer Klage die Quarantäne zu umgehen, scheiterte jedoch vor dem hannoverschen Verwaltungsgericht.

Die missglückte Party-Nacht zieht ihre Kreise allerdings auch über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus. Wie der Landkreis Hildesheim auf HAZ-Anfrage mitteilt, sind aktuell (Stand 26. Juli) auch 141 Hildesheimer und Hildesheimerinnen, die in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli in der Dax-Bierbörse feierten, von der „Party“-Quarantäne betroffen. Zwei dieser Personen wurden inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet.

„Kontakte müssen schnell ermittelt werden können“

„In diesem Zusammenhang betonen wir noch einmal, wie wichtig es ist, sich über Apps und ähnliches bei einem Besuch von Gastronomie, Veranstaltungen und Discos zu registrieren“, appelliert Birgit Wilken, Pressesprecherin des Landkreises Hildesheim. Nur, wenn relevante Kontakte schnell und umfassend ermittelt werden können, könnten Infektionsketten unterbrochen werden. „Das ist entscheidend, um ein diffuses Infektionsgeschehen zu verhindern“, so Wilken.

Die betroffenen Party-Besucher machen einen Großteil aller Personen aus Stadt und Landkreis Hildesheim aus, die sich derzeit in Quarantäne befinden. Am Montag waren es insgesamt 234 Menschen.

Party-Betrieb in Hildesheim läuft zögerlich an

Im Kreis Hildesheim gab es bislang keine vergleichbaren Vorfälle, teilt der Landkreis mit. Die Discos in der Stadt zögern ohnehin noch mit der Wiederaufnahme des Party-Betriebs. Die meisten wollen im Herbst wieder starten, wenn es das Infektionsgeschehen zulässt. Aber auch in Bars und Shisha-Lokalen habe es bislang keine ähnlichen Fälle gegeben.

Discos und Clubs bald ab Inzidenz 10 geschlossen?

Doch auch in Hannover könnte bald wieder Schluss mit Feiern sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag dort an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 35. Zwar verzichtet die Region überraschend vorerst auf schärfere Regeln. Allerdings beruft sie sich bei dieser Entscheidung auf Pläne des Landes, denen zufolge Clubs und Discos künftig schon ab Inzidenz 10 nicht mehr öffnen dürfen. Die neue Verordnung wird am Mittwoch erwartet.

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