Hildesheim - Die Umgestaltung der PvH-Kreuzung liegt inzwischen zwei Monate zurück. Doch noch immer gibt es Kritik an den neuen Spuraufteilungen und Ampelphasen. Die Junge Union (JU) wirft der Stadt vor, die Verkehrsbelastung im Zentrum damit erhöht zu haben, anstatt sie wie beabsichtigt zu verringern. Zudem sollte die Kommune die Bürger vor „solch einschneidende Änderungen“ einbeziehen, fordert der CDU-Nachwuchs. Er übt zudem harsche Kritik an Baudezernentin Andrea Döring und Oberbürgermeister Ingo Meyer und wirft Letzterem vor, „Anweisungen der Fahrradlobby“ zu folgen.
Die Stadt will mit den Umstellungen dem Durchgangsverkehr die Fahrt durch die Innenstadt verleiden, sie hat dazu Anfang November die Ampelphasen und Spuraufteilungen an einigen Kreuzungen verändert. So müssen sich seither in der Goslarschen Straße Linksabbieger zur Wollenweberstraße und Geradeausfahrer in Richtung Schuhstraße einen Fahrstreifen teilen, Radfahrer haben dadurch mehr Platz.
Junge Union sieht mehr Staus durch Umstellungen an Kreuzungen
Aus Sicht der JU verschärfen die Veränderungen die Situation des Einzelhandels, dadurch beeinträchtigten sie die Innenstadt. Dass die Verwaltung zeitgleich trotz der anhaltenden Sperrung der Dammstraße die Zufahrt aus der Kaiserstraße in die Kardinal-Bertram-Straße habe neu regeln wollen, „dokumentiere unbestreitbar die Inkompetenz der Führungspersonen der Stadt“.
Damit sind der Oberbürgermeister und Baudezernentin Döring gemeint, wie die JU auf HAZ-Nachfrage erklärt. Sowohl die Ecke Kaiserstraße/Kardinal-Bertram-Straße als auch die PvH-Kreuzung seien Hildesheimer Hauptschlagadern, die Umstellungen führten zu Staus und damit mehr umweltschädlichen Abgasen.
JU wirft Oberbürgermeister Ingo Meyer vor, Interessen der Fahrradlobby zu vertreten
Der CDU-Nachwuchs stört sich aber nicht nur an den Eingriffen an sich, sondern auch daran, wie es zu ihnen gekommen ist. Den Veränderungen liegen Ratsbeschlüsse zugrunde; die JU findet jedoch, „aus logischer Sicht und mit demokratischem Sachverstand wäre es anzuraten gewesen“, die Bürger vor solch gravierenden Veränderungen durch Foren oder Ähnliches einzubeziehen. Solche Befragungen und Anhörungen gehörten zu den guten Gepflogenheiten in einer Demokratie und sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, meinen JU-Stadtverbandschef Tom Kruse und JU-Pressesprecher Taylan Adigüzel. Sie sehen da vor allem den Oberbürgermeister in der Pflicht: Ingo Meyer sei als Oberbürgermeister gewählt worden, „um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten und nicht, um den Anweisungen einer Lobby zu folgen“. Die Verwaltungsspitze vertrete unreflektiert einseitige Interessen, lasse aber die Mehrheit der Bürger außen vor. Der CDU-Nachwuchs bescheinigt der Stadt in Sachen Verkehrspolitik „viele fatale Entscheidungen“, es seien viele Fragen offen.
Doch was sagt das Rathaus zu all diesen Vorwürfen? Die Verwaltung bleibt ihrer generellen Linie treu: Man kommentiere Pressemitteilungen Dritter nicht in den Medien, erklärt Sprecher Helge Miethe.
