CDU/FDP/Unabhängige-Gruppe

„Dritter Schritt vor dem ersten“: Heftige Kritik von Politikern an neuer Verkehrslenkung an PvH und weiteren Hildesheimer Kreuzungen

Hildesheim - Neue Ampelschaltungen, andere Spuraufteilung: Die Eingriffe der Stadt Hildesheim, um den Durchgangsverkehr zu verdrängen, kämen zur Unzeit, moniert die Opposition im Rat. Vor allem die Kaufleute aus deren Reihen finden klare Worte.

Die Stadt Hildesheim hat an mehreren Kreuzungen, darunter jener am Hindenburgplatz, die Ampelphasen und die Verkehrsführung geändert. Foto: Julia Haller

Hildesheim - Aus den Reihen der Ratsgruppe CDU/Unabhängige/FDP kommt heftige Kritik an den Veränderungen der Ampelschaltungen und den neuen Spuraufteilungen an mehreren Kreuzungen. Vor allem die Händler Hans-Uwe Bringmann und Axel Kreßmann ärgern sich über den Kurs der Stadt.

Deren Bemühen, den Autoverkehr einzudämmen, geschehe angesichts der vielen Baustellen und des eingeschränkten Busangebotes zur Unzeit, wettern die Kaufleute. Er sei gar nicht grundsätzlich dagegen, Autos im Zentrum einzuschränken, betont Kreßmann – der Chef des gleichnamigen Textilhauses sitzt für die Unabhängigen im Ortsrat Stadtmitte/Neustadt. Doch das setze einen funktionierenden ÖPNV voraus, damit die Menschen auch Alternativen hätten, um in die Stadt zu gelangen. „Davon sind wir weit entfernt, sagt Kreßmann mit Blick auf den abgespeckten Fahrplan des Stadtverkehrs (SVHI) und die Busausfälle bei dem Unternehmen.

Bringmann: Stadtverkehr sollte mehr Linien in die Schuhstraße schicken

Dieses sollte auch wieder mit mehreren Linien die Schuhstraße ansteuern, findet Unabhängigen-Fraktionschef Bringmann. Hinweise auf den eingeschränkten finanziellen Spielraum des SVHI ziehen für die Händler nicht: Das Unternehmen müsse sich etwas einfallen lassen. „Die sollen kreativ sein“, meint Kreßmann. Das Fahrrad möge für manche Menschen eine Alternative sein, räumt der Kaufmann ein. Aber das gelte angesichts der teils unübersichtlichen Radwegeführung und der äußeren Bedingungen im Winter nur eingeschränkt. Für Kreßmann steht fest:

Mit der Einführung der „Netzwiderstände“ – so heißen die neuen Ampelschaltungen und Spuraufteilungen im Fachjargon – unternehme Hildesheim den dritten Schritt vor dem ersten. Denn zum „mangelhaften Angebot des SVHI“ kämen noch die zahlreichen Baustellen. Diese schlügen sich erheblich in der Besucherfrequenz in der Innenstadt nieder: So seien dort laut Erfassung der Internetplattform hystreet.vom im Oktober zwölf Prozent weniger Passanten unterwegs gewesen als im gleichen Monat ein Jahr zuvor. Die Freigabe des Goschentors habe die Lage etwas entspannt, dafür sei die Dammstraße weiter auf unbestimmte Zeit gesperrt. Bevor die Stadt in den Verkehr eingreife, sollten erst die Bauarbeiten abgeschlossen sein. CDU-Fraktionschef Dennis Münter sieht drei Schuldige für die Probleme: Baudezernentin Andrea Döring lenke die Verkehrspolitik in die falsche Richtung, Oberbürgermeister Ingo Meyer lasse sie gewähren und die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und der PARTEI setze „auf Teufel komm raus“ die Verkehrswende durch.

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