Hildesheim - Ab hier gilt die Maskenpflicht – so steht es jedenfalls auf dem Aufsteller direkt am Wochenmarkt vor dem Rathaus. Nur: Das ist falsch. Seitdem der Landkreis Hildesheim am Freitag der kritische Wert von 50 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen überschritten hat, hat der Landkreis die Regeln verschärft. Damit gilt die Pflicht schon lange, bevor man den Wochenmarkt überhaupt sieht. Nämlich bereits in der Fußgängerzone.
Doch viele scheinen das noch gar nicht mitgekommen zu haben. So wie ein älteres Paar, das ohne den Mund-Nasen-Schutz vom Hohen Weg in Richtung Rathaus spaziert. Als die beiden mit einer anderen Passantin ins Gespräch kommen, erzählen die Angesprochenen, dass sie davon nichts wüssten, während die Passantin, die eine Maske trägt, erzählt, es bereits am Abend zuvor online auf der Webseite der HAZ gelesen zu haben.
Im Bahnhof gilt die Maskenpflicht schon lange
Bei einem Gang vom Bahnhof zum Markt während der Mittagszeit zeigt sich fast an allen Stellen das gleiche Bild: Die meisten tragen den Mundschutz. Vor dem Zugang zum Bahnhof stehen zwei Polizisten und behalten die Lage im Auge. Im Großen und Ganzen würden sich die meisten an die Regel halten. „Im Bahnhofsbereich gilt das sowieso schon länger, daran haben sich die meisten gewöhnt“, sagt einer der Beamten. Ärger habe es an diesem Tag jedenfalls keinen gegeben, wenn man jemanden auf die Auflage hinweisen musste.
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Vor dem Bahnhof selbst ist wenig los, jemand steht mit einer Bierflasche an einem Papierkorb, ohne Maske. Rauchen geht ja auch schlecht mit. In der Bernwardstraße steht eine Gruppe von gut zehn Leuten vor dem Straßenfenster eines Imbiss-Ladens. Keiner trägt eine Maske, schließlich wird Kaffee getrunken. Ein Polizeiwagen fährt vorbei. Es sind sehr wenige Leute unterwegs.
Kommen Montag neue Anweisungen?
Zwei Mitarbeiterinnen des städtischen Ordnungsamtes machen eine kleine Pause, um sich einen Imbiss zu gönnen. „Wir haben ja keine weiteren Befugnisse zur Zeit“, erzählt die eine. Aber sie haben trotzdem ein wachsames Auge auf die Umgebung und weisen auch Leute auf die Maskenpflicht hin. Mehr können sie im Moment nicht tun. Als zu Beginn des Lockdowns zum Beispiel Spielplätze geschlossen wurden, mussten sie die Einhaltung der Regeln kontrollieren. „Möglich, dass wir am Montag neue Anweisungen bekommen“, sagt eine der Frauen.
Strengere Maskenpflicht: konsequent bleiben – ein Kommentar von HAZ-Redakteut Nobert Mierzowsky
In der Almstraße wird der Besucherverkehr dichter. Auch hier das gleich Bild: Die meisten tragen Maske. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Einzelne unbeirrt von ihrer Umgebung auch mitten durch die Passanten ohne Maske gehen. Ob wissentlich oder nicht – man sieht es keinem an.
Zunahme von Taschendiebstählen
Die Beamtin von der Citywache, die an diesem Samstag mit einem Kollegen Dienst hat, erzählt, dass sie wieder mehr mit dem Abarbeiten von Taschendiebstahlsdelikten zu tun haben: „Das nimmt wieder deutlich zu.“ Zeit für einen Rundgang hätten sie noch nicht gehabt: „Aber es ist jetzt ja auch kaum was los.“
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In der Tat ist die Stadt nicht besonders voll – obwohl es an diesem Oktobertag wieder herbstlich mild ist. Sogar die Sonne kommt ab und zu raus. Auffällig ist aber auch, dass an Stellen, wo die Auflage nicht gilt – wie zum Beispiel in der Schuhstraße oder auch auf der Kreuzung vor der Andreaspassage viele Menschen trotzdem eine Maske tragen.
